Dienstag, 8. August 2017

Rezension: Geht´s noch Eierloch (Karen Alpert)

Klett-Cotta
Taschenbuch, 223 Seiten
ISBN: 978-3-608-50339-5
12,95 €

Ein kurzer Einblick

Das Buch bezeichnet sich selber als die Wahrheit und nicht als das, was man auf Pinterest (ein soziales Netzwerk in dem die Nutzer Bildkollektionen an ihre  virtuelle Pinnwand heften können)  zu sehen bekommt. Karen Alpert beschreibt ziemlich schonungslos den Alltag mit Kindern, die auf dem Buchrücken als kleine Kotzbrocken tituliert werden.

Bewertung

Ich bin mit nicht ganz sicher, wer wirklich der Kotzbrocken ist: die vermeintlichen Kinder oder doch eher die Autorin dieses Buches. Trotzdem hat dieses Buch es auf jeden Fall geschafft, mich neugierig zu machen. „Geht´s noch Eierloch“ ist auch klar ein Titel, der nichts mit Augenwischerei zu tun hat, sondern durchaus dafürsteht, die Dinge mal beim Namen zu nennen. Das tut die Autorin auch und dies zwar ständig, aber leider dafür absolut überzogen und in einer Sprache, die schon eher in Richtung Fäkalsprache geht. Karen Alpers Buch liegt ihrem Blog „Baby Sideburns“ zugrunde, der auch immer noch aktiv im Internet ist.

Das Buch setzt sich mit allerlei Themen für Mütter, ganz nebenbei werden auch mal die Väter erwähnt, auseinander. Hin und wieder findet man in der Einstellung der Autorin einen Lichtblick und auch witzige Sachen, zum Beispiel das Bild von ihrer Tochter, die ihren Anorak verkehrtherum trägt und die Mütze dann als Futtersack benutzt, aber dann gibt es auch Kapitel, die mehr als unglücklich geschrieben sind. Natürlich benutzt die Autorin Sarkasmus und baut auf den Humor der Leser, aber leider kann man auch hierbei übertreiben. 
Schlimm fand ich persönlich den Ausspruch über ihren eigenen Körper, dass ihr, wenn sie sich nackt sieht, übel wird. Damit stößt sie leider bei mir auf totale Unverständnis und als Leserin konnte ich hier nur den Kopf schütteln. Und das Kapitel über die Milchpumpe fand ich eher lächerlich, denn so schwer ist so ein Teil nicht zusammenzusetzen. Dieses Kapitel kam mir eher als eine Art Lückenfüller vor.
Die Kapitel, die sich mit der Kacke beschäftigen, fand ich auch sehr übertrieben. Jedem Elternteil ist doch klar, dass Kinder keine Schmetterlinge in Windeln hinterlassen… Eine Sache hat mich wirklich aufgeregt. Die Autorin hat ein Kapitel mit der Überschrift versehen: Warum ich eine schlechtere Mutter bin als du, und beschreibt hier, dass sie bei jedem Glas Wein, welches sie trank, insgeheim hoffte, dass ihr Sohn besser schlief als sie noch stillte. Hier hoffe ich einfach, dass keine unerfahrene Jung-Mami dies liest und es vielleicht doch für eine tolle Idee hält!

Natürlich gab es auch Kapitel, die mir gefallen haben: zum Beispiel gleich am Anfang mit den Sachen, die man für ein Baby wirklich nicht braucht. Ich wusste bis dahin noch nicht mal, dass es sowas wie einen Feuchttuchwärmer gibt und bin hier auch genau derselben Meinung wie die Autorin. Genauso ging es mir bei dem Kapitel „Die neuen Regeln des Mamiseins“, auch hier finde ich ihr Ansichten gut und das Kapitel auch sehr gut geschrieben.


Fazit

„Geht´s noch Eierloch“ ist ein Drahtseilakt zwischen der lustigen Wahrheit und dem beschämenden Sarkasmus. Manche Kapitel sind ganz gutgeschrieben, andere dafür mehr als daneben. Auf jeden Fall ist dieses Buch eher was für Mütter, die das ganze lieber mit einem Augenzwinkern betrachten und nicht zu verkniffen an die Kindererziehung gehen. Tatsächlich muss ich zugeben, dass auch mich dieses Buch sehr gespalten hat und mir immer noch nicht klar ist, wer denn jetzt eigentlich der Kotzbrocken ist!

2 von 5 Punkten

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