Sonntag, 6. August 2017

Rezension: Friesische Rache (Wolf S. Dietrich)

Bastei Lübbe
Taschenbuch, 397 Seiten
ISBN: 978-3-404-17152-1
8,99 €

Ein kurzer Einblick

25 Jahre lang bleibt das perfide Spiel zweier Brüder unentdeckt. Doch dann kommt eines der Opfer zurück auf die Insel, um sich für die Tat von damals zu rächen. Als ein Mord geschieht, wird die Hauptkommissarin Rieke Bernstein vom LKA auf die Insel gerufen. Doch bald muss sie selbst um ihr Leben fürchten…

Bewertung

Was liegt näher als einen Friesenkrimi zu lesen, wenn man sich auf der zugehörigen Insel befindet. Genau das habe ich getan und zwar bei dem ersten Krimi um die Kommissarin Rieke Bernstein, den ich mit in den Urlaub genommen und auf der nordfriesischen Insel Borkum gelesen haben.
Wolf S. Dietrichs erster Roman um die Kommissarin Rieke Bernstein spielt auf der größten der nordfriesischen Inseln. So gesehen gibt es in dieser Geschichte zwei Hauptprotagonisten: einmal Annie, die in das perfide Spiel der Brüder mit hineingezogen wird, und zum zweiten natürlich Rieke Bernstein. Annies Geschichte ist aber der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte und über sie wird der Leser auch mit in die Vergangenheit genommen und erfährt einiges über die Geschichte der Insel sowie die zwei Brüder. Mit Rieke Bernstein wird der Leser dann in die Gegenwart geleitet und auch hier geht der Autor mit Kleinigkeiten immer wieder auf die Insel ein.

Die Geschichte an sich hat mir sehr gut gefallen. Annie ist ein spannender Charakter, dem einiges schreckliches widerfährt und der auf gute, genauso wie zwielichtige Menschen trifft. Hier hält der Autor Wolf S. Dietrich sehr gut die Waage und das gibt einem beim Lesen ein besonderes Gefühl und man freut sich ehrlich mit dem Charakter Annie, wenn man sieht, wie sich doch immer wieder um sie gekümmert und gesorgt wird. Allgemein finde ich die Charaktere sehr gut beschrieben und getroffen, außer Enno Krabbenhöft, dem ich seine charakterliche Veränderung in der Geschichte nicht ganz abnehmen konnte. Dietrich ist bemüht, dem Leser die Taten näher zu bringen, indem er einen guten Einblick in die menschliche Psyche gewährt und sich auch teilweise an Abgründe heranwagt, einzig bei Enno ist ihm dies nicht ganz gelungen.
Am Anfang zieht sich die Geschichte etwas und es dauert ein bisschen, bis sich die ersten Handlungsstränge zu einem roten Faden verknüpfen. Hier muss man kurz durchhalten und den Roman nicht wieder aus der Hand legen. Das Weiterlesen lohnt sich auf jeden Fall und wenn man dann in die Geschichte sprichwörtlich eingetaucht ist, möchte man schnell herausfinden wie sie endet und wie sich alles auflöst.

Fazit

„Friesische Rache“ hat klare Schwächen am Anfang, aber dann entwickelt sich die Geschichte rasant. Der Leser pendelt zwischen den Jahren 1990 und 2014 hin und her und erlebt die interessante Geschichte einer jungen Frau, den Aufstieg und Fall einer Familie, eingebettet in einen spannenden Kriminalfall mit einer sympathischen Ermittlerin und guten Informationen über die Insel Borkum.

4 von 5 Punkten

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