Mittwoch, 7. Juni 2017

Rezension: Someday, someday, maybe (Lauren Graham)

Ballantine Books
Taschenbuch, 368 Seiten
ISBN: 978-0345532763
10,99 € (Stand: 07. Juni 2017)

Ein kurzer Einblick

New York im Januar 1995: Franny Banks hat nur noch sechs Monate ihrer dreijährigen Deadline übrig, die sie sich selbst gesetzt hatte, als sie nach New York zog und ihre Schauspielkarriere plante. Der Erfolg ließ bis jetzt auf sich warten, so dass sie sich mit einem Kellnerjob über Wasser hält. Ihre Mitbewohner Jane und Dan glauben weiterhin an ihren Durchbruch und ihr Talent, doch Franny kommen Zweifel. Sollte sie nicht lieber nach Hause zurückkehren, Lehrerin werden und ihre Highschoolliebe heiraten? Alles scheint von der Aufführung ihres Schauspielkurses abzuhängen, zu dem viele Schauspielagenten kommen, doch ausgerechnet dort patzt Franny…

Bewertung

Wie anscheinend viele andere kam ich zu diesem Roman hauptsächlich durch seine Verfasserin, die eine der beiden Hauptrollen in der Lieblingsserie meiner Jugend, „Gilmore Girls“, spielte. Ich wurde zufällig auf das Buch aufmerksam und wollte einmal sehen, ob Lauren Graham eben auch eine gute Autorin ist. Dies kann ich nun eindeutig bejahen. Ihr ist mit diesem Werk ein sehr gutes Debüt gelungen, das einen guten Einblick in die Schwierigkeiten des Aufbaus einer Schauspielerkarriere gibt. In diese kann man sich durchweg sehr gut hineinfühlen, da Graham zudem eine sehr alltagsnahe und glaubwürdige Hauptfigur zeichnet, mit der man von der ersten Seite an mitfiebert. Auch wenn man persönlich nichts mit Frannys Berufswunsch anfangen kann, wartet man trotzdem die ganze Zeit gespannt auf ihren Durchbruch, und fühlt sich beinahe so, als würde man mit ihr zu all den Vorsprechen gehen und selbst die Rückschläge erleben. Vermutlich hat die Autorin eigene Erfahrungen im Schauspielbusiness mit in das Buch einfließen lassen, was ihn so lebensnah gemacht hat.
Was es ebenso so lesenswert macht, ist der Zeitenwechsel in die Mitte der 1990er Jahre, wo nicht alles über Smartphones geregelt wurde, Terminabsprachen noch wesentlich komplizierter waren und auch der Anrufbeantworter viel wichtiger war. Diese Nachrichten werden immer wieder in den Text eingebaut, was ihm etwas sehr Erfrischendes und oft Humorvolles gibt, wie auch generell die Geschichte von vielen lustigen Momenten lebt, die zu der guten und lockeren Unterhaltung beitragen. Vielen Kapiteln ist außerdem ein Abdruck aus Frannys Terminkalender vorangestellt, der zusätzlich mit vielen lustigen Eintragungen aufwartet und bei der zeitlichen Orientierung mithilft. Zwischendrin hat der Roman zwar ein paar kleinere Längen, doch insgesamt bekommt man nette, lustige und kurzweilige Unterhaltung geboten, die sich meist auch sehr spannend lesen lässt.
Im Anhang ist in dieser englischen Ausgabe außerdem noch ein Interview mit der Autorin abgedruckt, in dem sie noch einige Hintergrundinformationen und Deutungen zu ihrem Roman gibt. Mittlerweile ist dieser außerdem beim Fischer Verlag auch auf Deutsch unter dem Titel „Lieber jetzt als irgendwann“ erschienen. Ich würde aber eher diese Originalausgabe empfehlen, man muss dafür nicht sehr gut in Englisch sein. Das Buch ist durchweg sehr verständlich geschrieben.

Fazit

Lauren Grahams Erstlingswerk hat mich auf jeden Fall überzeugt. Es ist natürlich kein sehr tiefgehender, komplexer Roman, sondern leichte Unterhaltung für Zwischendurch, die den Leser immer wieder zum Lachen bringt, aber auch über Lebensträume nachdenken lässt. Schön wäre es, wenn die Autorin diesem Buch noch weitere folgen lassen würde. Ich würde definitiv noch mehr von ihr lesen wollen!

3,5 von 5 Punkten

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen