Donnerstag, 15. Juni 2017

Rezension: Schneewittchen muss sterben (Nele Neuhaus)

Ullstein
Taschenbuch, 544 Seiten
ISBN: 9783548609829
12,00 €

Ein kurzer Einblick

An einem düsteren Novembertag wird ein menschliches Skelett auf einem stillgelegten Flugplatz gefunden. Wenig später wird eine Frau von einer Brücke auf die Straße gestoßen. Die Ermittlungen führen Oliver von Bodenstein und seine Kollegin Pia Kirchhof in das kleine Städtchen Altenhain, in dem vor zehn Jahren zwei Mädchen verschwanden. Tobias Sartorius wurde in einem Indizienprozess zu einer 10-jährigen Haftstrafe verurteilt, die er nun abgesessen hat.
Als erneut ein Mädchen verschwindet, ist der vermeintliche Mörder schnell fokussiert und eine Hexenjagd beginnt.

Bewertung

Auch mit „Schneewittchen muss sterben“ hat Nele Neuhaus wieder eine spannende und komplexe Geschichte rund um das Ermittlerduo Bodenstein/Kirchhoff erschaffen. Wie auch in den vorherigen Bänden der Reihe spinnt sie einen spannenden und interessanten Fall.
Diesmal haben es die Ermittler mit einer in sich eingeschworenen Dorfgemeinschaft zu tun, die jäh in Aufregung gerät, als der vermeintliche Mörder aus der Haft entlassen wird und in sein Heimatdorf zurückkommt. Die Familie, oder besser gesagt Vater und Sohn, erfahren darauf größtenteils Ablehnung von der Dorfgemeinschaft und als wieder ein Mädchen verschwindet, steht der vermeintliche Täter schnell fest. 
Neuhaus hat wieder einmal sehr viele rote Fäden kreiert, denen man als Leser aber allen problemlos folgen kann und die auch alle miteinander sehr spannend sind. Nach und nach kommt die vermeintliche Dorfidylle dadurch ins Wanken und bekommt Risse.

Aber nicht nur der Kriminalfall mit seinen komplexen Individuen zieht den Leser in seinen Bann. Auch habe ich das Gefühl, dass dieser Band eine Art Bruch für die Hauptprotagonisten darstellt. Nele Neuhaus rüttelt diese, insbesondere Oliver von Bodenstein, ganz schön durch und nach diesem Ende darf man sehr gespannt sein, wie es in seinem Privatleben weitergeht. Auch für Pia zeichnen sich Neuerungen ab und versprechen somit auch weitere interessante Momente. 
Wenn man die vorherigen Bände betrachtet, in denen man die Figuren und das Leben von ihnen kennengelernt hat, hat Neuhaus eine gute Entscheidung getroffen, jetzt die privaten Klippen einzubauen. Man ist als Leser jetzt so weit, dass man gut mit den Figuren mitfühlen kann.

Fazit

„Schneewittchen muss sterben“ ist eines meiner persönlichen Highlights aus der Bodenstein/Kirchhoff-Reihe. Der Mordfall ist wieder einmal fesselnd beschrieben und die Hauptfiguren entwickeln sich auf spannenden Wegen weiter, sodass man schnellstmöglich zum nächsten Band greifen möchte. Nach diesem Band scheint alles möglich zu sein und der Leser darf sehr gespannt sein.

5 von 5 Punkten

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