Dienstag, 27. Juni 2017

Rezension: Insel der Supermenschen (Kevin Shamel)

Voodoo Press
Taschenbuch, 211 Seiten
ISBN: 978-3-902802-89-7
11,99 €

eBook, 3,99 €
ISBN: 978-3-902802-89-7

Ein kurzer Einblick

Ein Anthropologie-Professor und vier Studenten reisen zu einer abgelegenen Insel, um die eingeborene Bevölkerung zu studieren. Superhelden und Superschurken leben ihr Superleben und haben ihre ganz eigene Kultur und Sprachfähigkeit entwickelt. Sie können mit Wimpernklimpern Musik erzeugen, Wale mit Geisteskraft kontrollieren und Dinge in wuschelige rosa Häschen verwandeln - süß! In einem versteckten Militärlager rüsten böse Regierungstruppen gegen die Supermenschen. Ihre Geheimwaffe: Cyber-Troopers. Studenten und Super sapiens müssen sich zusammentun, um die Dschungelinsel zu retten.

Bewertung

Kulturanthropologe Professor Topper, seine Assistentin Natalie und die Studenten Trent, Martin und Jen begeben sich zu einer abgelegenen Insel auf Feldstudie den Super sapiens zu studieren. Jeder der Studenten wird zwei Supermenschen zugewiesen, um ihr Verhalten und ihre Fähigkeiten zu studieren. Ausgerechnet Trent, der Loser der Truppe, bekommt die Aufgabe zu zwei der schwierigsten Super sapiens Kontakt aufzunehmen. Kringel, von den anderen Helden Captain Fuckup genannt, besitzt keine erkennbare Superkraft, selbst sprechen kann er nicht. Seine einzig große Begabung ist es, mit Stöcken in toten Tieren zu stochern. Todes-Killer ist von den Superschurken so sehr gefürchtet, dass er verbannt auf einem Berg lebt und dort Skulpturen aus Knochen errichtet. Es scheint keine Kraft zu geben, die er nicht beherrscht: Größenwahn, Meißelfinger, Fußgefängnis, Laseraugen und und und ...

Überhaupt nimmt Kevim Shamel bekannte Versatzstücke, überspitzt sie und baut sie erst dann in die Handlung ein. Neben unglaublichen Kräften und Teleportation, beherrschen viele Helden und Schurken Kräfte, die außergewöhnlich sind: die Verwandlung von Alles und Jedem in rosa Schnuffel-Häschen sei stellvertretend genannt. Die Art der Super sapiens selbst ist einzigartig. Überproportionierte Muskeln und gigantische Brüste zieren die Comic Cover, gehüllt in hautenge Kostüme. In Wahrheit ist es ihre nackte Haut. Die Supermenschen werden in ihrem Gewand und ihrem Cape geboren. Blau-Rot-Weiß macht Neugeborene zu Helden, nur eine andere Farbschattierung, und das Baby muss bei den Schurken aufwachsen. Faszinierende Kräfte, mächtiger als jede technische Errungenschaft des Homo sapiens, erlaubt noch lange kein Leben in Annehmlichkeiten. Strohhütten im Dschungel, Walpampe zum Festessen – das Leben der Supermenschen ist ein anderes als unseres. Die Kommunikation mit ihnen könnte nicht anstrengender sein. Super sapiens unterhält sich mit Sprechblasen, gesprochene Sprache kennen sie nicht. Unentwegt müssen die Studenten Luftballons aufblasen und beschriften, um sich verständlich zu machen. Eine simple wie geniale Idee, die die Handlung des Öfteren ins bravouröse Lächerliche zieht.

Immer mehr Supermenschen verschwinden. Die freundschaftliche Stimmung zwischen Helden und Schurken schwindet. Die eigentliche Gefahr geht von den Cyber-Troopern aus, die das Militär auf der Insel in einer geheimen Basis baut. Schlussendlich gipfelt die Handlung in einem blutigen apokalyptischen Massaker, dass Tekken (Beat-‘em-up-Videospielereihe) problemlos Konkurrenz macht. Köpfe werden gesprengt, Gliedmaßen zerrissen, Körper zermalmt. Geprügelt, gelasert, verbrannt, zerrissen; glimpflich gehen die Supermenschen nicht miteinander um.

Fazit

»Insel der Supermschen« ist ein flotter Bizarro-Fiction-Titel, der alles goldrichtig macht. In manchen Dingen mag der Roman zu normal sein, doch das Zusammenspiel aller skurriler Ideen zaubert einen der humorvollsten Titel, der zugleich bekannte Versatzstücke des Comic-Genres elegant auf die Schippe nimmt. Bitte mehr davon!

4 von 5 Punkten

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