Freitag, 19. Mai 2017

Rezension: Die Mondiar-Trilogie 1. Diatar – Kind des Lichts (Ina Linger)

Ina Linger (Hrsg.)
Taschenbuch, 292 Seiten
ISBN: 978-3-7418-8625-6
11,99 €

Ein kurzer Einblick

Jaro hatte es als kränkliches Kind bei seinem Stamm der Diatar nicht leicht. Dass er sich mit Risa aus dem verfeindeten Stamm der Monandor angefreundet hatte, machte es nicht einfacher. Als die beiden sich Jahre später wieder begegnen und die alte Freundschaft erneut aufflammt, bleibt den beiden nicht viel Zeit, dies zu genießen. Denn eine Naturkatastrophe bahnt sich an, die sowohl die Existenz der Diatar, als auch die der Monandor bedroht. Nur gemeinsam können Jaro und Risa ihre Völker retten, doch der alte Hass scheint unüberwindbar…

Bewertung

„Diatar“ ist das erste Buch, welches ich von Ina Linger gelesen habe, und ich war schon sehr gespannt darauf, verspricht der Zusatz „Kind des Lichts“ doch schönste Fantasy. Schnell wird beim Lesen jedoch klar, dass die Diatar Kinder des Lichts sind, weil sie tagsüber „leben“ und zumeist nachtblind sind und die Monandor als Kinder der Dunkelheit (wie der Titel des zweiten Bandes verrät) nur nachts ihre Höhlen verlassen, in denen sie wohnen. Aus irgendeinem Grund vertragen sie nämlich die Sonne nicht und können sich nur mittels einer sonnencremeähnlichen Paste ins Licht wagen. Witzigerweise hat die Autorin das Licht-Dunkelheit-Thema verdreht weitergeführt, denn Jaros „Licht“-Volk ist total verklemmt und hat recht merkwürdige Traditionen, währenddessen mir die Monandor weitaus freundlicher erscheinen. 
Die von Ina Linger geschaffene Inselwelt gefällt mir richtig gut; mit ihrem beschwingten und farbenfrohen Schreibstil konnte ich mir die Flora und Fauna ohne Probleme vorstellen. Und auch die vielen gut eingearbeiteten Rückblenden beantworten etliche Fragen, welche beim Lesen der Geschichte unweigerlich auftauchen. Etwas unglaubwürdig finde ich jedoch die Zeitspanne, die seit der Ankunft der Völker auf der Insel vergangen und all das alte Wissen in Vergessenheit geraten sein soll. Hier hoffe ich einfach mal, dass darauf in den nächsten beiden Bänden noch ausführlicher eingegangen wird.
Was mir auch sehr gut gefallen hat, ist die von Anfang an sehr rasante Handlung, in die der Leser geworfen wird. Und auch die sich zwischen den Protagonisten vor dem Hintergrund einer Naturkatastrophe anbahnende Romeo-und-Julia-Geschichte finde ich eine sehr gute Storyline. Was ich allerdings nicht verstehe, ist wie die beiden erst einmal teils seelenruhig in einer heißen Quelle baden und sich näherkommen können, während ihnen eigentlich die Zeit davonrennt; die beiden haben den baldigen Untergang ihrer Stämme in Visionen vorhergesehen und wollen dementsprechend versuchen, diese zu retten. Doch da die Stämme bis aufs Blut verfeindet sind, werden Jaro und Risa alles in die Waagschale werfen müssen, um ihre Leute davon zu überzeugen, sich gegenseitig zu helfen. In einem solchen Wettlauf gegen die Zeit kommt das Näherkommen der beiden einfach unglaubwürdig herüber. Zu einem späteren Zeitpunkt wäre solch ein Verhalten authentischer gewesen. 
Was ich leider auch bemängeln muss, sind die hier und da vorkommenden Schreibfehler. Sie sind zwar nicht so zahlreich, dass sie den Lesefluss stören, doch aufgrund der relativ großen Schrift sind sie mir doch sehr ins Auge gesprungen.

Fazit

Trotz der teils unglaubwürdigen Handlungen zwischen den beiden Protagonisten fand ich das Buch im Großen und Ganzen sehr unterhaltsam und bin gespannt, wie es im zweiten Teil weitergeht. Wird noch mehr von der gemeinsamen Vergangenheit der Stämme verraten? Und wer hat das Gewitter verursacht? Ich habe da so einen leisen Verdacht…

3,5 von 5 Punkten


Wir danken der Autorin für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. 

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