Donnerstag, 25. Mai 2017

Rezension: Als die Tiere den Wald verließen (Colin Dann)

Beltz
Taschenbuch, 368 Seiten
ISBN: 978-3-407-74395-4
9,95 €


Ein kurzer Einblick

Die Bäume im Farthing-Wald werden gefällt, sodass es immer weniger Lebensraum gibt und der Teich wird zugeschüttet, sodass kein Trinkwasser mehr vorhanden ist. Daher müssen die Tiere des Farthing-Walds ihre Heimat verlassen. Gemeinsam wollen sie unter der Führung des Fuchses in das Naturschutzgebiet „Hirschpark“ ziehen. Doch auf dem Weg warten viele Gefahren auf sie und schließlich geht sogar ihr Anführer verloren…

Bewertung

Diejenigen, die heute um die 30 Jahre alt sind, kennen vielleicht noch aus Kindertagen die Trickfilmserie „Als die Tiere den Wald verließen“, deren Figuren auch das Titelbild dieser Ausgabe schmücken. Colin Danns Vorlage, die ursprünglich aus zwei Büchern bestand und in dieser Ausgabe nun als Teil 1 und 2 zusammengefasst ist, bildet die Vorlage für die erste Staffel der Trickfilmserie. Freunde der Serie können sich beim Lesen des Buches an schöne Fernsehzeiten in der Kindheit zurückerinnern, auch wenn die Handlung von Buch und Film nichts eins zu eins übereinstimmt. Aber es braucht die Serie nicht, um sich für dieses Buch zu begeistern.
Auch wenn sich „Als die Tiere den Wals verließen“ insbesondere an jugendliche Leser richtet, ist es ebenso für erwachsene Leser durchaus lohnenswert, sich mit seinen Botschaften auseinanderzusetzen. Die Geschichte erzählt nicht nur von Freundschaft, sondern vielmehr von einem Füreinandereintreten. Anschaulich wird aufgezeigt, dass egal, ob groß oder klein, schnell oder langsam, kräftig oder schwach, blind oder sehend, fliegend oder gehend, jedes Lebewesen gleich viel wert ist und man niemanden höher als andere bewerten sollte. In mehreren Situationen wird dargestellt, wie die Tiere füreinander sorgen und dass nicht immer nur die großen, schnellen Tiere dabei helfen können, gefährliche Situation zu meistern. Die Handlung demonstriert Rücksichtnahme sowie Toleranz für andere und ihre Gefühle.
Dabei wird natürlich auch der Wert der Tiere gegenüber den Menschen betont und problematisiert, wie der Mensch die Lebenswelt der Tiere beeinflusst. Nicht nur, dass Menschen den Lebensraum von Tieren zerstören und ihnen ihre Nahrung nehmen, sie jagen auch Tiere und töten sie ausschließlich aus Freude an der Jagd. Kinder können mit dieser Geschichte einiges über das Verhältnis von Menschen und Tieren lernen und ihr eigenes Verhalten überdenken. Für Erwachsene ist die Botschaft leider nicht ganz durchgehalten worden, denn, wenn man genau hinsieht, gibt es in der Geschichte auch „Tiere zweiter Klasse“.
Das Schöne an der Geschichte ist jedoch, dass sie sehr differenziert dargestellt ist. So gibt es nicht nur „die bösen Menschen“ und „die guten Tiere“, sondern durchaus auch Menschen, die den Tieren helfen. Zudem wird auf der Reise der Tiere zum Hirschpark wirklich jedes erdenkliche, Menschen gemachte Hindernis aufgezeigt. Das demonstriert einerseits die Fülle an Problemen, wirkt für den erwachsenen Leser andererseits zuweilen auch als zu viel. Doch alles in allem bildet die Geschichte ein realistische Abbild, wie es wohl vielen Tieren in den letzten Jahrzehnten ergangen ist, ohne kindergerechte Verharmlosungen.

Fazit

„Als die Tiere den Wals verließen“ zeigt realistisch das Verhätlnis von Menschen und Tieren auf und demonstriert, wie der Mensch das Leben der Tiere beeinträchtigt. Zugleich demonstriert das Buch aber auch ein Füreinander über Freundschaft hinaus und zeigt, dass jeder in seiner Art etwas Besonderes ist, was es zu tolerien gilt.

4,5 von 5 Punkten

1 Kommentar:

  1. Ohja, ich kann mich sehr gut an die Serie erinnern. Ich habe sie als Kind regelrecht verschlungen und fand die Handlung unglaublich fesselnd und berührend. Das Buch sollte ich mir auf meine Wunschliste setzen, da ich ohnehin dabei bin, einige Kinderklassiker nachzuholen. :)

    Liebe Grüße

    http://lesenundgrossetaten.blogspot.com/

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