Mittwoch, 5. April 2017

Rezension: Mit Kindern essen (Edith Gätjen)

Verbraucherzentrale
Kartoniert, 224 Seiten
ISBN: 978-3863360610
12,90 €

Ein kurzer Einblick

Die Familienküche ist nicht immer einfach. Viele unterschiedliche Geschmäcker sitzen am Tisch und wollen ihre hungrigen Bäuche füllen. Oft wird sich gezankt und am Essen rumgemäkelt. „Mit Kindern essen“ ist ein Ratgeber der Verbraucherzentrale, der aufzeigt, welche kindlichen Bedürfnisse das Essverhalten steuern und wie Eltern darauf Einfluss nehmen können. Schlagthemen sind zum Beispiel die Zufriedenheit am Esstisch und der Umgang mit den sogenannten Kinderlebensmitteln.

Bewertung

Wie auch „Bärenstarke Kinderkost“ gliedert sich dieser Ratgeber der Verbraucherzentrale in einen Theorieteil und einen Rezeptteil. Das Vorwort der Autorin ist sehr gut geschrieben und greift gleich die Problematik des Familientisches auf. Sie spricht davon, dass ja nicht nur die Familie am Tisch sitzt, sondern auch viele unsichtbare Gäste. Mit diesen unsichtbaren Gästen meint sie zum Beispiel die Erzieherinnen aus dem Kindergarten, Freunde, die Werbung, also alles, was das Kind bewusst und unbewusst bei der Thematik „Essen“ prägt. 
In den nachfolgenden Kapiteln erklärt die Autorin, wie sich der Geschmacksinn entwickelt, was hinter manchen Sprichwörtern steckt, zum Beispiel „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht!“, und was die Sinne mit dem Geschmackssinn zu tun haben. Dies erklärt sie nicht mit ausladenden Kapiteln, sondern kommt kurz und knapp auf den Punkt, sodass man sich auch nicht mit Informationen überladen fühlt. Weiter geht es mit dem Familientisch. Hier hat sie auch Leitfragen eingefügt, sodass man sein eigenes Essenverhalten reflektieren kann. 
Die weiteren Kapitel beschäftigen sich mit den Mahlzeiten, dem Thema Vollwerternährung und der Lebensmittelpyramide. Hier gibt sie, wie ich finde, wichtige Impulse, die man in der Hektik des Alltags doch oft vergisst. So hat bei uns das Frühstück wieder eine größere Bedeutung bekommen.
Spannend fand ich das Kapitel über die Kinderlebensmittel. Auch wenn man eigentlich weiß, dass Kinder keine speziellen Lebensmittel brauchen, fällt man doch oft auf sie rein. Und später verlangen dann die Kinder explizit nach der Cornflakesverpackung mit dem Dinosaurier oder dem Joghurt mit der Biene. Hier führt die Autorin noch einmal vor Augen, dass in Kinderlebensmitteln keineswegs gesunde Zutaten stecken müssen. Oft ist zu viel Zucker und/oder Fett in ihnen! Hier gibt die Autorin dann auch Tipps, was man als Erwachsener tun kann. Keineswegs rät sie stur davon ab, diese zu kaufen, sondern lieber den Lebensmitteln mit weiteren Zutaten einen gesünderen Kick zu geben. 
Die weiteren Kapitel beschäftigen sich mit Allergien, Elternfragen und mit der Küchenpraxis. Sehr gut gefallen hat mir die Tabelle wie man frische Lebensmittel aufbewahren soll und wie lange sie dann frisch bleiben.
Der Rezeptteil besteht aus vielen unterschiedlichen Rezepten, über alle Mahlzeiten verteilt, bis zu Ideen für einen Kindergeburtstag. Ausprobiert habe ich hiervon noch nicht viel, kann aber das Pesto empfehlen! Schön ist hierbei auch, dass bei allen Rezepten dabei steht, wie lange sie frisch bleiben.

Fazit

„Mit Kindern essen“ ist ein tolles informatives Sachbuch rund um die Essenswelt der Kinder. Spannende und wichtige Themen werden interessant beschrieben und man überdenkt dabei auch gleichzeitig sein eigenes Essverhalten.

4,5 von 5 Punkten

Wir danken der Verbraucherzentrale und dem Projekt "Blogg dein Buch" für das bereitgestellte Rezensionsexemplar. Das Buch kann direkt über die Verlagshomepage bestellt werden.

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