Sonntag, 5. März 2017

Rezension: Tiefe Wunden (Nele Neuhaus)

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Taschenbuch, 480 Seiten
ISBN: 9783548609027
10,99 €


Ein kurzer Einblick

Ein Holocaust-Überlebender wird in seinem Haus mit einem Genickschuss getötet. Bei der Obduktion wird eine SS-Blutgruppentätowierung gefunden, welche an der Identität des Toten Zweifel aufkommen lassen. Als kurze Zeit später zwei weitere Morde geschehen, wird klar, dass hinter diesen Morden etwas Größeres steckt. Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff versuchen, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen.

Bewertung

Wieder einmal hat mich die Autorin Nele Neuhaus mit einem weiteren Bodenstein und Kirchhoff-Kriminalroman in ihren Bann gezogen. Dabei ist dieser Band noch nicht einmal besonders spektakulär von den Begebenheiten her. Aber er macht neugierig. Neuhaus hat, abgesehen von ihren Hauptprotagonisten, so viele interessante und spannende Charaktere in diesen Roman hineingepackt, dass man unbedingt wissen will, wie das ganze Geflecht zusammenpasst.
 Dass in einem Kriminalroman die nationalsozialistische Vergangenheit Deutschlands als Ausgangspunkt genutzt wird, ist keine Seltenheit. Neuhaus hat diese Vergangenheit aber so geschickt mit einer Familiengeschichte aus interessanten Individuen gespickt, dass man kaum aufhören kann zu lesen. Dabei vergisst sie aber nicht, die Geschichte um ihre eigentlichen Protagonisten auch fortzuführen. Im letzten Band hat man erfahren, dass Oliver von Bodenstein wieder Vater wird, und in „Tiefe Wunden“ ist seine kleine Tochter nun auf der Welt. Auch Pia Kirchhoffs Beziehung mit dem Zoodirektor aus dem vorherigen Band wird weiter aufgegriffen, wenn auch diesmal nur als belangloser Nebenstrang. Als Leser bekommt man aber das Gefühl vermittelt, nette alte Bekannte zu treffen und man freut sich mit den Hauptcharakteren über deren Entwicklung.
Zur Geschichte kann ich nur sagen, dass sie mich wirklich mitgerissen hat. Eine Beziehung fand ich zwar etwas voraussehbar, dafür wurde ich aber in allen anderen Sachen mehr als überrascht. Faszinierend finde ich auch immer noch, wie sich die vielen einzelnen Begebenheiten zum Schluss zu einem kompletten Bild zusammenfügen und dass alle Unstimmigkeiten bereinigt sind. Als Leser bleibt man absolut zufrieden zurück und freut sich, dass die Geschichte für zwei Personen ein gutes Ende genommen hat. Nur eine Geschichte klärt Nele Neuhaus nicht komplett auf, aber da es sich dabei um einen Hauptprotagonisten handelt, wird die Neugier bestimmt in den nachfolgenden Bänden gestillt.

Fazit

Auch von dem dritten Taunus-Krimi bin ich absolut begeistert. Bodenstein und Kirchhoff sind jetzt schon zwei lieb gewonnene Charaktere, auf die ich mich schon wieder freue, wenn ich den nächsten Band lese. Die Geschichte um die Familie Kaltensee ist spannend, voller Wendungen und Abgründe. Lesevergnügen pur!

5 von 5 Punkten

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