Sonntag, 26. März 2017

Rezension: Hölle Spielsucht

Innsalz Verlag edition irrsee
Taschenbuch, 157 Seiten
ISBN: 978-3-903154-13-1
19,80€

Ein kurzer Einblick

Es gibt viele Süchte, denen man in der heutigen Zeit erliegen kann. Spielsucht ist wahrscheinlich eine der ältesten, denn schon sehr früh hat die Menschheit angefangen, zu wetten und hat sein Glück im Kartenspiel gesucht. Der Autor Norbert Blaichinger hat sich mit der Thematik genauer auseinandergesetzt. Sein Hauptaugenmerk liegt dabei auf Österreich.

Bewertung

Süchte sind heutzutage ein großes Thema in unserer Gesellschaft. Die Spielsucht mag auf den ersten Blick keine allzu große Rolle spielen. Trotzdem ist sie eine durchaus ernst zu nehmende Sucht, die ganze Familien ins Verderben reißen kann.
Um das besser hervorzuheben, hat Norbert Blaichinger in seinem Sachbuch Interviews veröffentlicht, die er mit (Ex)-Süchtigen geführt hat. Meine erste Assoziation mit einem Spielsüchtigen war männlich, mit einem Ledermantel, einer Zigarette im Mundwinkel und mit glasigen Augen auf einen einarmigen Banditen starrend, in den er mechanisch Geld hineinwirft und den Hebel nach unten reißt. Norbert Blaichinger hat dieses Bild erst einmal ordentlich korrigiert. Natürlich gibt es einen Typ Mensch, den man auch hier öfter antrifft, aber die Welt der Spielsüchtigen ist breit gefächert. Männer sowie Frauen jeglichen Alters spielen an Automaten, Karten oder im Casino und probieren das vermeintliche Glück, was einhergeht mit der Hoffnung, viel Geld zu gewinnen. 
Die Interviews fand ich spannend zu lesen, denn jeder der Süchtigen hatte eine andere Geschichte. Am interessantesten fand ich tatsächlich die Geschichte des Ehepaares, welches Reisen unternahm und dort auch fest einplante, ins Casino zu gehen.
Norbert Blaichinger hat aber nicht nur die Spieler beleuchtet, sondern auch das Glücksspiel im Allgemeinen. Hierbei bezieht er sich nur auf Österreich. Der Leser erfährt, was „kleines Glücksspiel“ ist und wie der Staat bzw. die einzelnen Bundesländer damit zusammenhängen. Auch schaut er sich die illegale Seite des Glücksspieles an, denn in manchen Hinterzimmern findet man noch den ein oder anderen Automaten. Auch gibt der Autor Einblicke in Selbsthilfegruppen, spricht hier mit den leitenden Personen und lässt diese eine Einschätzung abgeben. 


Fazit

„Hölle Spielsucht“ ist kein wirkliches Fachbuch, dafür aber ein sehr interessantes Sachbuch, welches spannend die Geschichte rund um das Glücksspiel erzählt. Der Autor Norbert Blaichinger hat sowohl (Ex)-Süchtige zu Wort kommen und ihre Geschichten erzählen lassen, wie auch die Menschen, die diesen Süchtigen helfen wollen. Auch die Prävention spielt eine Rolle und am Ende gibt es einen Fragebogen, mit dem man testen kann, ob man vielleicht selbst gefährdet ist, spielsüchtig zu werden.

3 von 5 Punkten

Wir danken dem Innsalz Verlag und dem Projekt Blogg dein Buch für das bereitgestellte Rezensionsexemplar. Das Buch kann direkt über die Verlagshomepage bestellt werden


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