Montag, 6. März 2017

Rezension: Gallaghers Krieg (Achim Hiltrop)

Atlantis Verlag
Hardcover, 510 Seiten
Keine ISBN, Privatdruck
19,90 €

Ein kurzer Einblick

Jahre nach dem verschwinden Clou Gallaghers, spürt ihn die Stellar News Agency, kurz SNA, auf. CeeGee wird auf dem abgelegenen Planeten Bulsara entdeckt, doch schon bald kämpft er an vorderster Front im Unabhängigkeitskrieg zwischen Trusko VII und dem Königreich Kerian. Er ist das Gesicht des Aufstandes, er ist die Schlüsselfigur eines viel größeren Plans.

Bewertung

Die Space Opera »Gallaghers Krieg« fasst die Romane »Gallaghers Rückkehr«, »Gallaghers Rache« und »Gallaghers Ruhm« zusammen. Die Abenteuer lassen sich weitestgehend unabhängig voneinander lesen. Zum Einstieg in einen neuen Teil werden rückliegende Ereignisse zusammengefasst, sodass dem Geschehen gefolgt werden kann. Zum besseren Verständnis ist empfohlen die Reihenfolge einzuhalten.
Clou Gallagher ist Raumpilot, Söldner, Draufgänger - zumindest war er das einmal.  Zwar verdient er sich seinen Soll noch immer nach lukrativer Auftragslage und Gefahrenpotential, aber CeeGee ist deutlich erwachsener und verantwortungsbewusster geworden. Immerhin muss er eine Familie beschützen. Das ist gar nicht so einfach, denn Clou ist ein gesuchter Verbrecher; passiert eben, wenn man sich in intergalaktische Kriege einmischt. Listenreichtum und Raffinesse sind ihm nach wie vor zu eigen. Als Schlüsselfigur in galaktischen Konflikten - einmal mehr - benötigt er die Fähigkeiten aber auch dringend. Clou Gallaghers Raumschiff Trigger darf in einem neuen Chassis wiederum die heimliche Heldin des Humors spielen. Das Raumschiff muss man definitiv liebgewinnen.

In »Gallaghers Rückkehr« sagt der Titel bereits alles aus. Die Handlung setzt einige Jahre nach der ersten Trilogie »Gallaghers Mission« ein. Achim Hiltrop führt neue Charaktere ein, beschreibt das Machtgefüge zwischen Kerianern, Symirusen und weniger wichtigen Parteien. Die Bühne für Clou Gallagher wird geebnet. In »Gallaghers Rache« kämpft der Söldner an der Seite des Präsidenten von Trusko VII in einem Bürgerkrieg um die Unabhängigkeit. Motivationen der Charaktere werden vertieft, Parteien weiter ausgeleuchtet, Konflikte in der Politik vertiefend analysiert. In »Gallaghers Ruhm« flüchtet CeeGee aus dem Sonnensystem. Ganz so einfach ist das natürlich nicht. Um seine Feinde zu verwirren, legt er falsche Informationen aus. Schließlich gerät er aber doch zwischen die Fronten politischer Machtspielchen.

Statt Raumschlachten (die sind vorhanden, stehen aber nicht im Mittelpunkt), wendet sich die Trilogie der Politik zu. Die Handlung wird automatisch ruhiger und erzählt in spannenden Verflechtungen und Entwicklungen eine Geschichte, die sich in Teilen über alle drei Romane erstreckt. Ins Zentrum der Themen werden Bürgerkriege, staatliche Rechtsformen oder Streitigkeiten um Planeten gerückt. Im Hintergrund bauscht sich etwas viel Größeres auf. Etwas, das keine Regierung, kein Volk kommen sieht. Inszeniert von einer Partei, die Zugang zu Information hat, die Macht der Worte ihr Eigen nennen darf, ist sie nicht aufzuhalten. Selbst Clou Gallagher erkennt die Pläne hinter den Kriegen, die Putschversuche und scheinbar grundlosen Morde viel zu spät. Umso schockierender schlägt das Finale über den Leser herein. An Happy Ends gewöhnt, wirkt das Ende umso dramatischer. CeeGee ist ein guter Kerl, aber auch nur jemand, dem sein Leben und das seiner Familie wichtiger ist, als eine Staatsreform. Das Finale ist menschlich, aber deprimierend - und desto glaubwürdiger! Diese Komponente ist es, die den Roman über den Standard hebt.

Fazit

Clou Gallaghers Abenteuer sind flott erzählt, glaubwürdig aufgebaut, bieten jede Menge Lesespaß und eine gesunde Mischung aus Dialog, Ruhepunkten und Action. Hier sitzt jede Szene an ihrem Platz. Das Universum breitet sich lebensecht aus. Vor allem aber bietet die Handlung eines: Menschlichkeit im Verhalten der Charaktere - nicht die Abhandlung spannender Szenen einer Idealvorstellung.

4 von 5 Punkten

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