Dienstag, 14. Februar 2017

Rezension: Schlafen statt Schreien - Das liebevolle Einschlafbuch (Elizabeth Pantley)

TRIAS Verlag
Taschenbuch, 176 Seiten 
ISBN: 978-3-8304-8004-4
17,99 €

Ein kurzer Einblick

Kaum ein anderes Thema über Babys wird so kontrovers behandelt wie das Schlafen. Schaffen sie es, bei Zeiten alleine ein- und durchzuschlafen, sind sie kleine Superengel. Doch in den meisten Familien klappt es leider nicht so ohne Weiteres und dann lassen die Eltern nach einer gewissen Zeit aufgrund des Schlafmangels immer mehr Nerven. Was hilft dann? Einfach schreien lassen? Ein Einschlaftraining nach Ferber? Elizabeth Pantley hat als vierfache Mutter ihren ganz eigenen Weg gefunden und gibt ihre Strategien und Tipps in diesem Einschlafbuch wider.

Bewertung

Ich habe mir dieses Buch nicht zugelegt, weil ich mit meinem zweiten Sohn ein klassisches Ein-/Durchschlafproblem hatte, sondern wir hatten ein ganz anderes Problem. Dazu muss ich kurz unsere Situation schildern: Unser zweiter Sohn hat von Anfang an im Familienbett geschlafen und wurde auch nachts nach Bedarf gestillt. Das hatte den Vorteil, dass er nie schreien musste, wenn er Hunger bekam, mein Mann und unser großer Sohn nie durch das Geschrei wach wurden und ich nach dem Stillen auch einfach schnell wieder einschlafen konnte. Als es Zeit für die Beikost wurde, hat sich aber herausgestellt, dass er lieber Finger Food mochte, davon jedoch nur naschte, wovon er natürlich nicht satt wurde und deswegen weiterhin fast voll gestillt werden musste. Mit der Zeit kamen dann auch die ersten Zähne dazu und gepaart mit dem Umstand, dass er nachts fünf bis sechsmal wach wurde, immer gleich gestillt wurde, wobei er sehr oft einfach nur auf mir herumgekaut hat, war es irgendwann aufgrund der körperlichen Schmerzen einfach keine Freude mehr.
Das wir etwas ändern mussten, war unausweichlich und so habe ich mir bei den zahlreichen Einschlafratgebern erstmal ausgiebig die Meinungen anderer Eltern durchgelesen. Dadurch bin ich auf Elizabeth Pantleys „Schlafen statt Schreien“ gekommen und was soll ich sagen, es schien direkt wie für unsere Situation geschrieben. Zwar war die Ausgangssituation der Autorin eine andere, aber auch ihr viertes Kind wurde mit rund einem Jahr noch sehr oft in der Nacht wach und brauchte das Stillen als Einschlafhilfe. 
Das Buch habe ich innerhalb kürzester Zeit verschlungen, zum einen wegen der Notwendigkeit etwas zu ändern, aber auch, weil Pantley einfach, verständlich und sehr anschaulich schreibt. Ihr sanftes Einschlafprogramm hat sie in 10 Schritte gegliedert: Angefangen mit allgemeinen Informationen z.B. zum Plötzlichen Kindstod und Sicherheitstipps für Stubenwagen, Wiegen und Kinderbetten, kommt sie über Schlafinformationen („Wie viel Schlaf brauchen Babys“, „Soll man nachts füttern?“ etc.) zum eigentlichen Knackpunkt, dem individuellen Schlafprotokoll. Wie bei mir und meiner Familie auch läuft das zu Bett bringen der lieben Kleinen irgendwann automatisch im Alltag ab. Gibt es dabei Probleme welcher Art auch immer und will man daran etwas verändern, muss man sich die kleinen Details vor Augen führen. Hier helfen Pantleys Tagschlaf-/Abend- und Nachtschlaf-Protokolle sehr gut, um sich den Ablauf erst einmal bewusst zu machen und zu schauen, wo man mit den Lösungsvorschlägen, welche von ihr im nächsten Schritt erläutert werden, ansetzen kann. Diese hat sie unterteilt in Neugeborene bis zum vierten Monat und von vier Monaten bis zwei Jahre. Mit den beschriebenen Hilfen konnte ich meinem Sohn schnell helfen, von der „Nuckel-Schlaf-Assoziation“ wegzukommen und das nächtliche Stillen komplett einstellen, was für mich eine enorme Erleichterung war. Mit dem Ausfüllen der Protokolle war ich zwar etwas nachlässig (man soll sie alle 10 Tage ausfüllen, dann die Ergebnisse vergleichen und den Schlafplan eventuell entsprechend anpassen), doch wir haben so schnell Erfolg gehabt, dass ich die gar nicht mehr brauchte. Anfangs spielte ich noch mit dem Gedanken, komplett abzustillen, doch mittlerweile kann ich meinen Sohn aufgrund der 24-stündigen Erholungszeit vorm Einschlafen wieder stillen, was für uns beide eine sehr innige Zeit ist, um den Tag ausklingen zu lassen. 

Fazit

Aufgrund der Fülle an Ratgebern und Elternmeinungen hat auch dieses Buch nicht durchweg positive Stimmen. Doch mir hat „Schlafen statt Schreien“ innerhalb kürzester Zeit sehr geholfen und deshalb kann ich es beruhigt weiter empfehlen.

4,5 von 5 Punkten

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