Sonntag, 5. Februar 2017

70. Todestag Hans Fallada

Liebe Leserinnen und Leser,

heute jährt sich zum 70. Mal der Todestag des deutschen Schriftstellers Hans Fallada, der als Rudolf Ditzen auf die Welt kam. Er wurde am 21. Juli 1893 in Greifswald in eine gutbürgerliche Familie geboren, die 1899 nach der Versetzung des Vaters an das Kammergericht Berlin in die Hauptstadt zog. Dort besuchte Ditzen zwei Gymnasien, bis der Vater 1909 nach Leipzig versetzt wurde, wo Ditzen bis 1911 ebenso ein Gymnasium besuchte und schließlich an eins in Rudolstadt wechselte. Nach einem als Duell getarnten versuchten Doppelsuizid mit einem Freund, den Ditzen schwer verletzt überlebte, wurde er in eine psychiatrische Klinik eingewiesen und machte schließlich eine landwirtschaftliche Ausbildung. In den nächsten Jahren arbeitete er meist in diesem Bereich, etwa bei einer Kartoffelanbaugesellschaft in Berlin, wobei er immer wieder aufgrund von Morphin- und Alkoholsucht in Entzugsanstalten war. In dieser Zeit versuchte er sich auch als Schriftsteller (bereits unter dem Pseudonym „Hans Fallada“), jedoch mit sehr geringem Erfolg. Seine Sucht führte zu Schulden und Unterschlagungen, derentwegen er 1923 und 1926 in Haft kam.
1928 lernte Fallada schließlich in Hamburg Anna Issel kennen, die er im April 1929 heiratete. Das Paar bekam vier Kinder, wobei die beiden Töchter nach der Geburt bzw. im Jugendlichenalter starben. Sein Geld verdiente Fallada als Adressenschreiber und Lokalredakteur für den „General-Anzeiger“ in Neumünster. Nun begann auch der schriftstellerische Erfolg. Falladas Roman „Bauern, Bonzen und Bomben“ wurde positiv aufgenommen und die Familie siedelte in die Nähe von Berlin über, damit Fallada im Rowohlt Verlag arbeiten konnte. Dort erschien 1932 auch sein Roman „Kleiner Mann – was nun?“, der Fallada zum angesehenen Schriftsteller machte. Die Familie zog ins mecklenburgische Carwitz, wo er weitere Romane schrieb. 1944 wurde seine Ehe geschieden und Fallada heiratete Anfang 1945 die wesentlich jüngere Ursula Losch. Sie zogen nach Berlin, wo Falladas jahrelange Alkoholsucht und erneute Morphinsucht noch zunahmen. Ende 1946 wurde er in die Nervenklinik der Charité eingewiesen, wo er in knapp einem Monat sein bekanntestes Werk „Jeder stirbt für sich allein“ schrieb. Am 5. Februar 1947 starb er schließlich im Hilfskrankenhaus Niederschönhausen. 
Euer Legimus-Team

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