Montag, 2. Januar 2017

Rezension: Monster sehen und sterben (Larry Correia)

Bastei Lübbe
Paperback, 511 Seiten
ISBN: 978-3-404-20853-1
16,00 €

eBook, 11,99 €
ISBN: 978-3-7325-3045-8

Ein kurzer Einblick

In Las Vegas findet ein Symposium der Monsterjäger statt. Aus aller Welt sind sie gekommen, um Erfahrung auszutauschen - Erfahrung, die in Tatendrang umschlägt, denn ein Sprecher einer Geheimorganisation spricht eine Belohnung von 10 Millionen Dollar für ein Monster aus. Nicht irgendein Monster, ein Monster der Albräume, das ein Massaker in einem Truckstop in Nevada anrichtete.
Monster, es gibt sie wirklich. Habt ihr ein Monsterproblem, ruft MHI.

Bewertung

Für die einen mag »Monster sehen und sterben« Trash im wahrsten Sinne des Wortes sein, für die anderen ist der Roman eine Perle kerniger Action und prächtiger Unterhaltung. Das Schmuckstück ist endlich auf Hochglanz poliert. Stellt euch einen Comic vor, der auf der Kinoleinwand mit bombastischen CGI-Effekten zu glänzen versteht. Der Regisseur wäre Michael Bay. KABOOM, KABOOM, KABOOM. Albträume der Monsterjäger manifestieren sich im Vordergrund, fette Knarren rattern pausenlos, im Hintergrund der Szenerie erhebt sich ein finsterer Schatten aus uralten Zeiten.

Owen Pitt war Buchprüfer. Nun ist er Monsterjäger, angestellt bei Monster Hunter International, einem geheimen, privaten Unternehmen, das von der Regierung geduldet wird. Erst zog er den Zorn eines großen Alten auf sich, dann wird er zum Auserwählten erklärt. Glücklicherweise hat er die schönste Frau auf Erden an seiner Seite - und sie liebt Waffen. Owen könnte nicht glücklicher sein, wäre da nicht das vor 60 Jahren vergrabene Experiment der Regierung. Tja, Pech gehabt, den Monsterjägern wird ordentlich der Arsch versohlt.

Ausgefeilte Tiefgründigkeit in Story oder Charakteren zu suchen, sollte auch im vierten Roman der »MHI«-Reihe vermieden werden. Doch darf ein äußerst neugieriger Blick riskiert werden. Nach dem etwas schwächeren Vorgänger, besinnt sich Larry Correia auf die Stärken der Romanreihe: KABOOM und knallharte Action. Horror, Thriller, Urban Fantasy und neuerdings auch Albträume vermischen sich zu einem rasanten Spaß und unglaublichem Unterhaltungswert. Der Finger sitzt locker am Abzug, die Monster liegen tot am Boden, nachdem die Schlacht in Feuer und Rauch ein Ende nimmt. Neben der Achterbahnfahrt aus Monsterschnetzelei, nimmt sich der Autor Zeit für die Figuren. Tiefgründig ist die Charakteranalyse nicht, vielmehr findet sie nebenbei statt; in Witzen, Dialogen und nicht aufhörender Action. Das stört nicht im Geringsten, vielmehr muss das sogar so sein. Jeder Stopp in der wahnwitzigen Handlung wäre ein Spaßkiller. Owen und seine Kameraden mögen im Kern Stereotypen sein, aber liebgewonnene Stereotypen - zu denen mittlerweile auch Special Agent Myers und Frank gehören. Die beiden sind Ärsche, stehen aber auf der richtigen Seite, im Gegensatz zum Einhornfuzzi, der das Amt für Monsterkontrolle übernommen hat. Die Veränderung in der Figurenkonstellation verleiht Spannung, denn ist es schwer abzuschätzen, wie sich die einzelnen Gruppierungen der Monsterjäger und staatlichen Institutionen verhalten werden.

Logik? Die ist kürzlich lachend dem Häcksler entkommen und treibt weiterhin ihr Unwesen. Die Story bettet sich zwar in ein glaubhaftes Gerüst, die Action jedoch ist so haarsträubend, aberwitzig und absurd, dass jeglicher Glaube an die Geschehnisse restlos dahinschwinden. Spaß ist und bleibt das A und O. Kopfkino, explosive Action, Charaktere zum Mitfiebern, Feinde zum Hassen - Unterhaltung par excellence! KABOOM, die Party kann steigen.

Die Heavy-Metal Orks sind zurück und mit einem von ihnen eine Elfin. Potz, Blitz und Donner, haben die sich etwa gern? Originelle Einfälle mischen die bekannten Versatzstücke erfrischend auf. Monster kriechen aus den Schatten der Albträume. Die Jäger müssen für alles gefeit sein. Der Feind ist in ihren Köpfen und terrorisiert sie mit Angst und Gewalt. Oh, der Dra... der Geschäftsführer ist alt, mächtig, einflusreich, liebt Ebay - eine fantastische Idee, die unerwartet kam. Stellt euch vor dies wäre weiterhin ein Comic. Auf der letzten Seite stände vom Off-Kommentator in der Sprechblase ein: HELLYEAH!

Fazit

Markante Action, übertrieben coole Explosionen und brutale Gefechte gegen massenhaft Monster aus den Albträumen der Monsterjäger: Das macht übelst Laune, liefert mordsmäßigen Spaß und bietet besten Unterhaltungswert. Charaktere und Handlung bleiben dabei keineswegs auf der Strecke, stehen aber nicht im Vordergrund. Das Feuer des Gefechts brennt die Gehirnzellen weg, also greift zu, bessere Action ist kaum zu finden.

5 von 5 Punkten

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen