Donnerstag, 19. Januar 2017

Rezension: Es beginnt am siebten Tag ( Alex Lake)

Harper Collins
Taschenbuch, 480 Seiten
ISBN: 978-3959670555
15,00 €

Ein kurzer Einblick

Julias Leben verwandelt sich in einen Alptraum. Ihre fünfjährige Tochter Anna ist verschwunden. Julia macht sich heftige Vorwürfe, da sie es nicht geschafft hatte, sie pünktlich abzuholen oder in der Schule Bescheid zu sagen. Aber nicht nur sie macht sich Vorwürfe, sondern auch die Medien ziehen über sie her.
Dann, am siebten Tag, taucht Anna putzmunter wieder auf, kann sich aber an nichts erinnern, was ihr in den sieben Tagen widerfahren ist. Doch für Julia enden die Grausamkeiten hier nicht. Die Medien und Internetnutzer stellen sie weiter als Rabenmutter dar: für den kommenden Rechtsstreit mit ihrem Mann ein Horrorszenario.

Bewertung

Man kann sagen, dass „Es beginnt am siebten Tag“ aus zwei Teilen besteht. Der erste Teil widmet sich dem Verschwinden Annas und den daraus resultierenden Qualen der Eltern. Hinzu kommt noch, dass Julia vorhatte, sich von ihrem Mann Brian zu trennen und sie somit nicht mehr als Einheit funktionieren, sondern das Verschwinden ihrer Tochter getrennt bewältigen. Eine andere Schwierigkeit ist, dass Informationen über ihre bevorstehende Trennung und den Ablauf des Verschwindens an die Öffentlichkeit geraten und Julia im Mittelpunkt von Anfeindungen anderer Menschen steht.
Mit der Hauptfigur Julia bin ich nicht ganz warm geworden. Würden wir uns im richtigen Leben begegnen, wären wir bestimmt keine Freunde geworden. Das heißt jetzt nicht, dass der Autor sie als Charakter nicht gut gezeichnet hat, das empfind ich schon so, aber ich konnte mich leider nicht so in sie hineinfühlen, wie ich es bei anderen Protagonisten kann.
Mich hat auch das Hin und Her mit ihrem Mann genervt und ich hatte vollstes Verständnis dafür, dass er, als sie zum Beispiel ihre Hand nach dem Auftauchen Annas auf seine gelegt hat, diese weggezogen hat. Sowieso empfand ich das Beziehungsgeflecht zwischen Julia und Brian als sehr anstrengend.
Der zweite Teil beginnt nach dem Auftauen von Anna. Ab hier entwickelt sich die ganze Geschichte eher zum Familiendrama. Julias Selbstbild ist durch die Medien so verhunzt, dass ihr Mann Brian gute Chancen auf das alleinige Sorgerecht hat. Ein Thriller ist der Roman trotzdem und gerade das Ende hat der Autor sehr gut konstruiert. Das einzige Manko war, dass ich mir schon relativ früh gedacht habe, wer hinter dem Verschwinden steckt und meine Annahme sich auch als richtig erwies. Ich bin also nicht mehr überrascht worden, hatte aber trotzdem noch Spaß am Lesen des Endes.

Fazit

„Es beginnt am siebten Tag“ ist ein solider Thriller. Das Ende ist, auch wenn man ahnt, wer der Entführer war, trotzdem spannend und gut geschrieben. Dadurch, dass ich mit der Hauptprotagonistin nicht richtig warm geworden bin, hat mich das Buch nicht so sehr mitgerissen, wie ich gedacht habe. Definitiv wird es nicht mein Lesehighlight 2017, aber im Mittelfeld darf sich dieser Roman ansiedeln.

2,5 von 5 Punkten


Wir danken Harper Collins und dem Projekt "Blogg dein Buch" für das bereitgestellte Rezensionsexemplar. Der Roman kann direkt über die Verlagshomepage bestellt werden.



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