Dienstag, 6. Dezember 2016

Rezension: Terror der Tentakel (A. Lee Martinez)

Piper Verlag
Taschenbuch, 368 Seiten
ISBN: 978-3-492-26943-8
9,99 €

eBook, 8,99 €
ISBN: 978-3-492-96673-3

Ein kurzer Einblick

Warlord, Superschurke und Imperator Mollusk leidet unter Langeweile. Er ist es Leid, Planeten zu erobern; es ist immer das gleiche öde Spiel. Mollusks Hingabe fließt fortan in gute Taten. Mit Experimenten und Maschinen wie nur ein genialer Geist wie er sie erfinden kann, schenkt er den Terranern ewigen Frieden und sich selbst die göttliche Verehrung der Menschen. Die Zeit der Expimente ist abgelaufen, als Brain ihn herausfordert. Gemeinsam mit der Kriegerin Zala vom Saturn und seinem treuen Haustier Snarg, bricht er auf, um Terra vor den Griffeln des Möchtegernschurken zu retten.


Bewertung

Ein Genie beherrscht das Chaos - aber nicht seine Feinde. Imperator und Warlord Mollusk eroberte nur zum Spaß Terra. Er ist der vielleicht genialste und intelligenteste Superschurke des Universums. Ein Nachteil seines großartigen Intellektes ist es, dass ihm schnell langweilig wird. So brachte er den Terranern nicht nur den ewigen Frieden, sondern löste nebenbei die Energieversorgung, wehrte eine Invasion der Saturner ab, verbesserte die Atmosphäre des Monds, et cetera, et cetera. Mollusk ist eine Art Tintenfischalien, Rückgrat braucht er nicht, sein Ego und Narzissmus sind gigantisch genug; ein sympathischer Antiheld. Der Grips nutzt dem Schurken jedoch nichts, denn Brain stiehlt seine Technologie und benutzt sie gegen den Warlord, um das Universum zu vernichten. Im Kampf gegen Brain steht Mollusk Zala zur Seite, eine Erzfeindin und Leibwache wider Willen. Sie ist eine Art Reptilienalien, pflichtbewusst und neurotisch aggressiv veranlagt. Gemeinsam mit dem technisch verbesserten Haustier, eine Art Kellerassel als Kampfhund, nehmen sie den Kampf gegen Brain auf.

Der Eiffelturm ist eine Superwaffe. Die Mondbewohner fraßen Neil Armstrong. Auf der versteckten Dinosaurierinsel existiert ein Gerät, dass die Zeit aus den Fugen reißen könnte, Atlantis gibt es: Marktwirtschaft und Geldgier sind dort das oberste Gesetz. Was für verrückte Ideen und eine tolle Grundvoraussetzung, um einen wahnsinnigen Klamauk zu entfachen. Stattdessen verkommt der Roman zur seichten, spaßigen Unterhaltung, die vor sich hin dümpelt. Zwar ist stets Interesse da, erfahren zu wollen, was A. Lee Martinez noch für tolle Ideen herbeizaubert, doch die packende, die fesselnde Spannung fehlt. So ließt sich »Terror der Tentakel« vergnüglich, begeistert mit schrägen Ideen, schafft es aber nicht, das Kunstwert zu vollenden. Allein der Wortwitz und die Dialoge zwischen Zala und Mollusk entlocken einige Schmunzler; glücklicherweise, denn ohne die hervorragend skizzierten Charaktere wäre der Roman ein Reinfall, so bleiben wenigstens ein paar amüsante Stunden ohne überragende Begeisterung.

Fazit

A. Lee Martinez vermag mit vielen tollen Ideen zu begeistern, schafft es aber nicht, eine runde Handlung aufzubauen. Letztere plätschert vor sich hin, während die gelungenen Charaktere durch Wortwitz und Zänkeleien den Leser bei Laune halten. »Terror der Tentakel« hätte ein Lesespaß werden können, schafft es aber nicht, die Handlung mitreißend zu inszenieren.

3 von 5 Punkten

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