Dienstag, 20. September 2016

Rezension: Die Schneelöwin (Camilla Läckberg)

Ullstein
Hardcover, 448 Seiten
ISBN: 9783471351062
19,99 €


Ein kurzer Einblick

In und um Fjällbacka werden Mädchen vermisst. Als eines davon wieder auftaucht und mit schwersten Misshandlungen vor ein Auto läuft, bittet Patrik Hedström seine Frau Erica Falck um Mithilfe. Diese arbeitet gerade an ihrem neuen Buch und interviewt dafür die im Gefängnis sitzende Laila, die 1975 ihren Mann ermordet hat, da er die gemeinsame Tochter Louise im Keller eingesperrt und angekettet hat, da er ihr nicht mehr Herr geworden ist. 
Patrik hofft, dass er von Erica Hinweise auf die Psyche eines Menschen bekommt, der fähig ist, Kindern so etwas Schreckliches anzutun. Während ihrer Sitzungen mit Laila beschleicht Erica das Gefühl, dass die Geschehnisse damals verschleiert wurden und irgendwie mit Patriks aktuellem Fall zusammenhängen.

Bewertung

„Die Schneelöwin“ ist mittlerweile das neunte Buch aus der Reihe um das Ermittlerehepaar Erica Falck und Patrik Hedström. Da hier auch die Nebenhandlungen kontinuierlich weitergesponnen werden, sollte man zu diesem Band wirklich nur greifen, wenn man auch die anderen vorher gelesen hat. Ansonsten versteht man, trotz Andeutungen und kleiner Erklärungen, das Buch nicht in allen Teilen. 

Diesmal haben es Patrik und Erica mit einem wirklich schauerhaften Fall zu tun. Schon die näheren Beschreibungen der Misshandlungen der Opfer lassen den Leser schlucken. Hier finde ich, dass Camilla Läckberg etwas schauriger geworden ist, als in den anderen Bänden der Reihe. Ansonsten findet man sich in einem typischen Fjällbacka-Roman wieder, der leider in gewohnter Manier etwas vor sich hin plätschert. Auch die kleinen Ausreißer können das Gesamtbild nicht retten. Trotzdem ist es schön zu wissen, wie die Geschichte, auch die der Nebencharaktere, weitergeht. Man freut sich mit Anna und Gösta, lacht und ist erstaunt über den Chef von Patriks Dienststelle und trauert mit Martin. Einerseits ist so ein Fjällbacka-Roman eine Heimkehr an einen Ort, wo man die Protagonisten liebgewonnen hat, andererseits wird halt auch vieles seit etlichen Bänden immer wieder herangezogen. Es ist gefühlsmäßig eine Gratwanderung für den Leser.
Die Geschichte und die Auflösung an sich haben mir trotzdem gut gefallen. Die typischen Einschiebungen und Erzählungen aus der Vergangenheit eines Protagonisten, die es bisher in jedem Band gab, geben der ganzen Handlung eine gewisse Würze und auch Neugier auf den weiteren Verlauf. Etwa ab der Hälfte ist man so im Geschehen drin, dass man den Roman am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Fazit

Auch der neunte Band setzt auf altbekanntes und altbewährtes. Der Leser darf wie immer miterleben, wie sich das Leben der Protagonisten weiterentwickelt und bekommt dabei einen spannenden Fall serviert. Dadurch, dass immer wieder dieselben Klischees bedient werden, schmälert sich die Lesefreude etwas. Trotzdem war es ein schöner Ausflug nach Fjällbacka und ich bin schon wieder auf den nächsten Band gespannt.

3,5 von 5 Punkten

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