Donnerstag, 8. September 2016

Gastfilmkritik: Die Chroniken von Narnia III - Die Reise auf der Morgenröte


Mit dem 2010 erschienenen dritten Film „Die Reise auf der Morgenröte“ wurde der im Jahr 1952 veröffentlichte gleichnamige dritte Band (nach der Erzählfolge Band 5) der siebenteiligen „Chroniken von Narnia“ von Fox 2000 Media und Walden Media auf die Kinoleinwand gebracht. Diesmal reisen nur Edmund und Lucy Pevensie nach Narnia. Begleitet werden sie von ihrem Cousin Eustachius Knilch, der nur herumnörgelt und überhaupt nichts mit sprechenden Tieren oder Magie am Hut hat. Gemeinsam mit Kaspian segeln sie gen Osten, auf der Suche nach den sieben getreuen Lords seines Vaters, die Miraz einst verbannt hatte.

Anders als der Vorgängerfilm „Prinz Kaspian von Narnia“ hält sich der Film wieder näher am Buch. Aber es gibt auch hier diverse kleinere und größere Änderungen zur Vorlage. So wurden nicht nur die Reihenfolge zweier Inseln vertauscht (im Buch gelangte die Morgenröte erst zur Dracheninsel und dann zu der der Tölpelbeiner, während es im Film genau andersherum war), sondern auch zwei Inseln kurzerhand zu einer zusammengelegt (die Todeswasserinsel wurde mit der Dracheninsel vereint). Das Vorkommen der dunklen Insel entspricht zwar der Romanvorlage, aber der grüne Nebel, der schon zu Beginn des Films bei den Einsamen Inseln auftaucht und seinen Ursprung in der dunklen Insel hat, findet darin keine Erwähnung. Hier haben die Filmproduzenten wieder selber Hand an der Handlung angelegt, um mehr Spannung zu erzeugen. So wurde die echte Seeschlange aus dem Buch, die die Morgenröte im offenen Meer attackiert, dann auch kurzerhand Edmunds Albtraum und Hirngespinst der dunklen Insel.
Des Weiteren wurden einzelnen Nebenfiguren andere Schicksale auferlegt: Im Buch befand sich z.B. Rhince bereits auf dem Schiff, im Film ist er ein Einwohner der Einsamen Inseln, dessen Frau vom grünen Nebel verschlungen wird und die er nun zu befreien sucht, und aus Lord Bern wurde kurzerhand ein Gefangener im Inselkerker (statt wie im Buch ein freier Mann und später Herzog über die Einsamen Inseln). Diese Änderungen fallen aber nicht sonderlich stark ins Gewicht, da sie kaum Auswirkungen auf die Haupthandlung haben. Geändert wurde aber auch die Dauer, die Eustachius verzaubert war. Statt sich wie im Buch nach relativ kurzer Zeit wieder zurück zu verwandeln, blieb er fast die komplette restliche Reise sein neues Ich, was natürlich diverse Änderungen zur Buchvorlage nach sich zieht. Zu guter Letzt wurde auch noch die letzte Etappe vom Anfang vom Ende der Welt zum letzten Meer drastisch gekürzt.
Dahingegen sehr gut gelungen ist wieder einmal die visuelle Umsetzung der Phantasiewelt Narnia. Faune, Minotauren und all die anderen mystischen Wesen fügen sich nahtlos ins Bild und Geschehen ein, so als ob es sie tatsächlich gäbe. Ganz besonders Riepischiep mit seinen flinken, teils tänzelnden Bewegungen hat mir sehr gut gefallen. Das einzige, was nicht 100%ig stimmig ist, ist der Drachenschatz auf der Dracheninsel. In zwei oder drei Einstellungen, die den Schatz in seinem gesamten Ausmaß zeigen, sieht man ganz deutlich, dass digital nachbearbeitet wurde. Umso fantastischer war die Unsichtbarkeit auf der Insel der Tölpelbeiner, insbesondere als sich die Tür zum Schloss für Lucy öffnet und sie direkt daneben weiterhin die Landschaft sieht.
Die Figuren von Edmund, Lucy und Kaspian wurden von denselben Schauspielern dargestellt wie in den ersten Filmen, was eine Bindung zu den Vorgängern schafft und deutlich die zwischenzeitliche Entwicklung der Figuren verdeutlicht. In kurzen Szenen sieht man dann auch William Moseley als Peter und Anna Popplewell als Susan wieder. Neu als einer der Hauptcharaktere kam Will Poulter als Eustachius Knilch zum Cast. Aufgrund des Zaubers sieht man im Film vergleichsweise relativ wenig von Eustachius, aber Will Poulter schafft es trotzdem, die Wandlung seiner Figur von einem nervigen Dauernörgler in einen liebenswerteren, sich für andere einsetzenden Jungen glaubhaft umzusetzen.

Fazit

Wer nicht allzu sehr auf eine ganz genaue Buchverfilmung achtet, wird an dem Film seine Freude haben, denn trotz diverser Änderungen hält sich der Film größtenteils an den roten Faden seiner Buchvorlage. Zwecks Spannung wurden so manche Wendungen und Szenen frei hinzuerfunden, aber sie sorgen für eine runde und sehenswerte Geschichte.


Diese Filmkritik verfasste Luinrina für Legimus.

1 Kommentar:

  1. Mir haben sowohl Film als auch Buch sehr gefallen. Es ist einfach genauso phantastisch, wie es sein soll. Wunderbarer Film. :)

    AntwortenLöschen