Freitag, 23. September 2016

Filmkritik: The Light between Oceans


Vor zwei Wochen kam die Verfilmung des internationalen Bestsellers „The Light between Oceans“ von M.L. Stedman, die unter der Regie von Derek Cianfrance entstanden ist, in die deutschen Kinos. Sie erzählt vom Leuchtturmwärter Tom Sherbourne (Michael Fassbender), der nach seiner Rückkehr aus dem 1. Weltkrieg eine Stelle auf Janus Rock, eine kleine Insel im Westen von Australien, annimmt. Vor seiner Überfahrt nach Janus Rock lernt er am Festland noch Isabel Graysmark (Alicia Vikander) kennen, die nach einem längeren Briefwechsel zu seiner Ehefrau wird. Beide leben abgeschieden auf Janus Rock und wünschen sich sehnlich ein Kind, doch nach zwei Fehlgeburten geben sie langsam die Hoffnung auf, dass sich ihr Wunsch noch erfüllen wird. Dann wird jedoch ein Ruderboot mit einer männlichen Leiche und einem kleinen Säugling angespült. Die beiden beschließen, das kleine Mädchen aufzuziehen, ohne zu bedenken, was dies für schreckliche Konsequenzen hat…

Es ist einige Zeit her, dass ich den Roman von M.L. Stedman gelesen habe, der mich nicht immer komplett überzeugen konnte. Die Verfilmung wollte ich dann aber doch gerne sehen, was sich auch wirklich gelohnt hat, hat sie mir doch besser gefallen als ihre Buchvorlage. Sie bleibt in weiten Teilen recht nah an der Handlung des Romans, soweit ich mich noch an diesen erinnern kann. Einige Ereignisse spielen zeitlich ein wenig früher, was sich jedoch nicht wirklich auf die Geschichte auswirkt, außerdem fehlen dem Film die zahlreichen Erläuterungen zur Arbeit eines Leuchtturmwärters, die dem Buch einiges an Tiefe gaben und die ich mir auch in der Verfilmung gewünscht hätte. Die Entwicklungen zum Ende des Films hin stimmen nicht immer genau mit der Buchvorlage überein, auf diese werde ich jedoch nicht eingehen, für all diejenigen, die den Film vielleicht noch sehen möchten. Im Großen und Ganzen wurde aber die Handlung beibehalten, ohne diese nur schlicht nachzuerzählen.
Dass die Verfilmung mir sogar besser als das Buch gefallen hat, was mir selten passiert, das liegt vor allem an den grandios spielenden Hauptdarstellern, Michael Fassbender und Alicia Vikander, die ihre ganze Seele in den Film gelegt zu haben scheinen. Sie geben mit ihrer einfühlsamen Darstellung von Toms und Isabels unerfülltem Kinderwunsch und Dilemma der Verfilmung so viel Wärme und Rührung, dass er einen als Zuschauer einfach nicht kalt lassen kann. Vom Buch blieb ich damals trotz der dramatischen Entwicklungen seltsam unberührt, dies war beim Film ganz anders. Er weist zwar ebenso wie seine Buchvorlage ein paar Längen auf und hätte ein wenig gekürzt werden können, doch er berührt ungemein, was sein großer Pluspunkt ist. Man kann sich stärker in Toms und Isabels Position hineinversetzen und ihre Handlungen eher nachvollziehen. Insbesondere Tom gewinnt man als Zuschauer wirklich lieb und erlebt seinen Konflikt hautnah mit. Zusätzlich überzeugt die Verfilmung noch durch die tollen Landschaftsaufnahmen, die so eine Buchvorlage natürlich vorgibt. Man bekommt Sehnsucht, mal wieder ans Meer zu fahren. Einige Klischeeaufnahmen von obligatorischen Sonnenuntergängen gemeinsam mit der schon ab und an melodramatischen Handlung geben dem Film zwar hin und wieder eine leicht kitschige Note, insgesamt ist dies aber noch im Rahmen. Die dramatisch gespielten Szenen sind immer noch angemessen angesichts des bewegenden Konflikts, der im Film dargestellt wird.

Fazit

Einer der wenigen Filme, der mich mehr als seine Buchvorlage überzeugen konnte. Was dem Roman an Wärme und Mitgefühl fehlte, hat die Verfilmung dafür in Massen dank ihrer einfühlsam spielenden Hauptdarsteller. Ab und zu driftet der Film zwar ein wenig ins Melodramatische ab, insgesamt bekommt man aber ein berührendes Werk geboten, das einen nicht kalt lässt und sich sehr gut für einen gemütlichen Filmabend bei schlechtem Wetter eignet.

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