Sonntag, 7. August 2016

Rezension: Zodiac – Weg der Sterne (Romina Russell)

Piper ivi
Klappenbroschur, 368 Seiten 
ISBN: 978-3-492-70382-6
16,99 €

Ein kurzer Einblick

„Akolythin, Wächterin, Feigling und jetzt Wandelstern“ (S. 265). Rho hat seit der fehlgeschlagenen Armada und ihrer Absetzung als Wächterin von Krebs kaum mehr Kraft, sich eine schöne Zukunft vorzustellen. Gemeinsam mit ihrem Bruder versucht sie trotzdem, sich im Sternzeichen Steinbock ein neues Leben aufzubauen. Doch die Vergangenheit und ihre Schuldgefühle lassen sie nicht los. Als ihr dann wiederum Ophiuchus in der Ephemeride begegnet, dieses Mal aber eine Warnung vor den Marad hinterlässt, sieht sich Rho gezwungen, ihr Exil zu verlassen und wiederum alles in ihrer Macht stehende zu tun, um die immer häufigeren und brutalen Anschläge der Marad zu beenden. Doch kann sie ihrem Feind wirklich trauen, dass nicht er, sondern ein geheimnisvoller Meister die Marad anführt? Und befindet sich unter ihren Vertrauten wirklich ein Verräter, wie der Wächter der Waage befürchtet?

Bewertung

„Weg der Sterne“ ist der Mittelteil der Zodiac-Trilogie von Romina Russell und ich war sehr gespannt, ob er an den ersten Band heranreichen würde. Zunächst wird uns im Prolog wieder eine Episode aus Rhos Kindheit erzählt, dieses Mal vom Tag, als ihre Mutter verschwand. Anschließend wird die Geschichte aber direkt an das Ende vom ersten Teil angeknüpft, wobei es zunächst recht ruhig um Rho ist. Dabei bekommt man hier einen sehr schönen Einblick in ihre Gedanken und Gefühle und vor allem das Verhältnis zu ihrem Bruder Stanton wird wunderbar offengelegt. So ruhig bleibt es aber nicht, denn die Geschichte nimmt recht schnell Fahrt auf und Rho befindet sich wiederum im Zentrum der wichtigen Geschehnisse. Dabei merkt man schnell, dass sie eine rasante innere Entwicklung durchgemacht hat und immer noch macht. Dabei kommt sie sehr authentisch rüber, was auch sehr der komplexen Schreibweise zu verdanken ist. Ihre Gefühle und Erfahrungen sowie die Entscheidungen, die sie trifft, werden äußerst vielschichtig und umsichtig beschrieben.
Der Schreibstil ist wie im ersten Band insgesamt sehr fesselnd und zieht einen unweigerlich in diese fantasievolle Welt. Dieses Mal bekommen wir auch noch mehr von dieser verzweigten Gesellschaft mit, da Rho sich in andere Gegenden aufmacht und neue Häuser besucht.
Neben Rho sind die Protagonisten fast alle dieselben geblieben. Lediglich Ophiuchus verlässt seinen Status als Oberbösewicht und wird eher zu einer helfenden Quelle. Bösewichte werden ja oftmals mit einem recht charmanten und anziehenden Charakter gezeichnet, von daher bin ich sehr gespannt, wie es mit ihm weitergeht. Momentan kommt er noch sehr unterkühlt daher…
Er ist aber nicht der einzige. Recht schnell findet Rho einen alten Bekannten wieder, den sie aufgrund der Folter der Marad kaum wiedererkennt und der sich auch zunächst von ihr fernhält. Das verhindert aber nicht, dass die leidige Dreiecksbeziehung, welche ich im ersten Band schon nicht so toll fand, wieder aufgenommen wird. Da Gefühle sehr verwirrend sein können und sich Rho auch vor einer endgültigen Entscheidung bisher gedrückt hat, wird dies sicherlich auch im Abschlussband wieder ein Thema sein.
Generell bin ich sehr gespannt auf den Abschlussband, da die Entwicklung der Geschichte nach „Zodiac“ eine unerwartet erfreuliche Wendung eingeschlagen hat. Schien es anfangs nur um einen Bösewicht zu gehen, der die Welt der Menschen in den zwölf Sternzeichen bedroht, wird die Geschichte jetzt bedeutend vielschichtiger und betrifft die Wandlung der Menschen insgesamt. Was das alles mit Rhos verschollener Mutter zu tun hat, wird am Ende des Bandes gekonnt mysteriös angedeutet und ich habe bereits eine Ahnung, welche Rolle sie die ganze Zeit über spielt.

Fazit

Dieser zweite Teil braucht sich nicht hinter seinem Vorgänger zu verstecken. Im Gegenteil, die Geschichte nimmt eine erstaunliche Wendung und bringt viele neue Aspekte zum Vorschein. Die Charaktere sind gewohnt liebevoll gezeichnet und gerade die Protagonistin Rho macht eine weitreichende Entwicklung durch. Ich kann „Zodiac – Weg der Sterne“ daher als tolle Fortsetzung jedem empfehlen, der den ersten Teil bereits klasse fand.

4 von 5 Punkten 


Wir danken Piper ivi für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

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