Donnerstag, 25. Februar 2016

Filmkritik: Game of Thrones – V. Staffel


In dieser fünften Staffel werden in wiederum 10 Folgen à ca. 54 Minuten der Inhalt von „A Feast for Crows“ und „A Dance with Dragons“ behandelt. Und wieder stehen Hochzeiten an: Auf Winterfell heiratet Sansa Stark nunmehr Ramsey Bolton. Durch diese Verbindung wollte ihr Petyr Baelish eigentlich helfen, doch dies wird keine vergnügliche Ehe für Sansa werden. Und auch in Meereen willigt Daenerys in eine Hochzeit mit einem Oberhaupt einer alteingesessenen Adelsfamilie ein, um den Frieden in der Stadt wiederherzustellen und das Morden durch die „Söhne der Harpyie“ zu unterbinden. Zur gleichen Zeit macht sich Jamie Lannister mit Bronn auf den Weg nach Dorne, um Myrcella nach Hause zu holen, und Jon Schnee bricht zu den Wildlingen auf, um diese zu überzeugen, mit ihm auf die südliche Seite der Mauer zu kommen. Währenddessen erstarkt die religiöse Gruppe „Die Spatzen“ in Königsmund und wirft sowohl Cercei, als auch Margaery Tyrell und ihren Bruder wegen sexueller Verfehlungen und Lügen ins Gefängnis…

Hier war er also, der Punkt, an dem Fans der Bücher jetzt stark sein müssen. Da George R.R. Martin uns noch auf seinen 6. (engl.) Band warten lässt, waren die Produzenten der Serie gezwungen, an manchen Stellen eigene Wege zu gehen. Dies lässt sich sehr gut wie folgt zusammenfassen: Protagonisten, die in „A Feast for Crows“ und „A Dance with Dragons“ starben, dürfen in der Serie (noch) leben und vice versa. Dies haben sie künstlerisch aber sehr fein umgesetzt und regelrecht „ausgeschlachtet“. 
Wie bei Änderungen zur Buchvorlage üblich, werden einige dem Zuschauer besser gefallen als andere. Das war auch bei mir in dieser Staffel der Fall. Über das Schicksal von Shireen, der Tochter von Stannis Baratheon, war ich sehr geschockt und auch über die Vergewaltigung von Sansa in ihrer Hochzeitsnacht. Einer gewissen Onlineplattform sei Dank konnte ich mir beide Szenen im Nachgang noch einmal ansehen, da RTL II es für nötig fand, diese abzukürzen. 
Was ich dieses Mal nicht so gelungen finde, ist die Besetzung der drei „Sandschlangen“, der Bastardtöchter von Oberyn Martell. Jessica Henwick als Nymeria, Keisha Castle-Hughes als Obara und Rosabell Laurenti Sellers als Tyene sind zwar an sich tolle Schauspielerinnen, aber als kampferprobte und erzürnte Töchter von Dorne finde ich alle drei in ihren Darstellungen sowohl zu weich als auch visuell nicht so passend.
Ebenso fand ich es nicht so toll umgesetzt, wie Daenerys zuletzt von den Dothraki-Reitern eingekreist wird. Hier habe ich die Verbundenheit mit ihrem Drachen vermisst, die im Buch so schön rübergekommen ist…
Wer meine Filmkritiken zu den ersten vier Staffeln gelesen hat, wird vermutlich schon ahnen, welche meine Lieblingsszenen in dieser waren. Richtig, die Zusammentreffen von Tyrion und Daenerys. Hier fand ich die Vorlage nämlich ziemlich enttäuschend dahingehend, dass Tyrion zwar in der Arena war, als sie auf Drogon davonflog, die beiden aber keine Chance auf ein Treffen hatten. Hier gefällt mir die filmische Variante weitaus besser.
Am beeindruckendsten war dieses Mal aber ganz klar die Schlacht zwischen der Nachtwache und den Wildlingen gegen die Armee der Toten. Visuell wurde die Angst der Männer, Frauen und Kinder und die eiskalte Macht der Weißen Wanderer perfekt umgesetzt und hat bei mir für Gänsehaut gesorgt.
Allgemein kann man zusammenfassen, dass diese Staffel viele kleine Änderungen zur Vorlage aufweist, wie der Fakt, dass Sam selber vorschlägt, ein Maester zu werden und dies nicht von Jon Schnee erst angeordnet werden muss. Dazu reisen Sam und Maester Aemon nicht nach Braavos, wo sie dementsprechend auch nicht auf Arya treffen können. Dazu treffen Brienne und Podrick auf ihrer Suche nach Sansa tatsächlich auf diese und ich bin gespannt, wohin diese Reise in der nächsten Staffel noch geht und ob die beiden Sansa wirklich helfen können.
Der größte Unterschied zum Buch war für mich aber, dass Tyrion die Reise zu Daenerys mit Varys angetreten hat. Das hat nämlich zur Folge, dass ein weiteres Mitglied von ihrer Familie komplett unerwähnt geblieben ist. Ich hoffe sehr, dass dies in der kommenden Staffel nachgeholt wird, denn sonst würden jede Menge Interaktionen mit Dorne wegfallen, was wirklich schade wäre. 

Fazit

Auch in dieser Staffel kommt man nicht umhin, große und kleine Abweichungen zur Vorlage zu bemerken, doch wie in den vorherigen Staffeln ist alles andere - wie die herrlichen Landschaften, die Kostüme, die Schockmomente und nicht zuletzt wieder die Darsteller - einfach perfekt, so dass auch diese dem Zuschauer wieder perfiden Spaß bietet.

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