Montag, 18. Januar 2016

Rezension: Zodiac (Romina Russell)

Piper ivi
Klappenbroschur, 448 Seiten
ISBN: 978-3-492-70381-9
16,99 €


Ein kurzer Einblick

Zodiac – das ist eine Galaxie, die aus zwölf Planetenkonstellationen besteht, die nach den bekannten Sternzeichen Widder bis Fische benannt sind. Jedes Sternzeichen beherbergt dabei ureigenste Einwohner, welche besondere Charaktereigenschaften besitzen. So leben auf dem Wasserplaneten Krebs Menschen, denen die Familie über alles geht und das Volk der Waage strebt nach immerwährender Gerechtigkeit... Jedes Sternzeichen wird durch einen Wächter repräsentiert, der in den Sternen die Zukunft deuten kann. Doch als urplötzlich die Monde des Planeten Krebs explodieren, es zu einer immensen Naturkatastrophe auf diesem kommt und die Wächterin Origene stirbt, wird plötzlich die 16-jährige Rhoma Grace, von allen nur Rho genannt, zur neuen Wächterin ernannt. Doch leider glaubt man ihr anfänglich weder auf Krebs, noch in den anderen Welten, dass die Gefahr für die Häuser noch nicht vorüber ist und diese in Gestalt von Ophiuchus, dem Schlangenträger, daher kommt, einem legendären dreizehnten Haus, dass nur noch aus Kindergeschichten bekannt ist. Einzig in ihrem Ausbilder, Leitstern Mathias Thais, und dem geheimnisvollen Hysan aus dem Hause Waage findet sie Mitstreiter. Aber werden diese beiden genügen in einem Kampf gegen eine so mächtige Gestalt, dass man sie kaum berühren kann?

Bewertung

Hätte mich nicht allein schon das schöne Cover gefesselt, wäre der Kurzinhalt vom Buchrücken für mich überzeugend gewesen, dass ich „Zodiac“ unbedingt lesen muss, da ich mich zugegebenermaßen für Astrologie interessiere. Romina Russell hat hier eine anfänglich schöne Welt mit jeweiligen Traditionen und Mythen erschaffen, in welcher aber nicht alles voller Friede und Liebe ist, sondern welche im Laufe der Handlung immer mehr den Glanz des Idealen verliert aufgrund der Alltagsgeschehnisse und politischen Wirren. 
Ich fand es zwar ein wenig unrealistisch, dass ca. 95 % der jeweiligen Bewohner der verschiedenen Planeten wirklich die Charaktereigenschaften und das dem Sternzeichen zugeordnete Aussehen besitzen sollen, da die einzelnen Charaktere (z.B. vom Planeten Krebs) jedoch trotzdem recht verschieden sind, konnte ich damit noch gut leben. Im Mittelpunkt steht hier ganz klar die 16-jährige Rho, die von heute auf morgen aus ihrem Studentendasein gerissen und als „Heilige Mutter“ (so der Arbeitstitel der Wächterin) der Krebse erwählt wird. Da die Geschichte im Ich-Erzählerstil aus Rhos Sicht geschrieben ist, bekommt man ihren Werdegang sehr schön mit und ich konnte mich ohne Probleme in sie hineinversetzen, da ich ebenfalls ein Krebs bin. Ich kann mich derzeit nur nicht recht entscheiden, ob mir ihr Charakter zu Beginn der Geschichte zusagt, da sie von ihrer geistigen Entwicklung her sehr weit scheint. In Anbetracht der Katastrophe, die sie und ihre Freunde hautnah miterlebt haben und auch aufgrund der Tatsache, dass ihre Familie als verschollen gilt, reagiert sie mir zu oft zu erwachsen und rational. 
Hinsichtlich ihres Ausbilders Mathias – wirklich? In einer Welt voller exotischer Namen kommt mir Mathias total fehl am Platze vor – kann ich mich auch nicht recht entscheiden, ob ich ihn nun mag oder nicht. Das liegt aber an der doch etwas nervigen Dreiecksbeziehung zwischen ihm, Rho und Hysan. Hier kam es mir so vor, als habe die Autorin krampfhaft das Bis(s)-Dreiergespann in ihre Geschichte einbauen wollen. Als Charakter an sich ist er aber toll gezeichnet mit seiner pflichtbewussten Art. Gleiches gilt für Hysan, der, nicht nur aufgrund des Altersunterschiedes, das genaue Gegenteil von Mathias darstellt. 
Faszinierend fand ich vor allem auch die hausintern zur Verfügung stehenden Kommunikationsmittel, welche sich die Autorin für ihr Zodiac ausgedacht hat und die bei mir ein lebhaftes Kopfkino ausgelöst haben.
Was mir leider nicht so gefallen hat, war die Story an sich, da sich diese aufgrund der wiederkehrenden Ereignisse – Rho sieht eine düstere Zukunft voraus, versucht die anderen Völker zu warnen, aber alle wissen es besser und glauben ihr nicht bis zur nächsten Katastrophe – doch sehr zäh verhält. Das sich das Buch trotzdem aber recht flüssig lesen lässt, liegt an dem bildhaften und klaren Schreibstil der Autorin. Da es sich bei „Zodiac“ auch um den Beginn einer Trilogie handelt, lasse ich mich einfach mal überraschen, wie es mit der Handlung weitergeht. Diese hat nämlich auf den letzten Seiten immerhin nochmal Fahrt aufgenommen und eine gänzlich andere Richtung eingeschlagen, als von mir erwartet.

Fazit

Ein atemberaubendes Setting inmitten der Sterne, welches bereits durch das Cover sichtbar wird, eine faszinierende und tiefgründige Mythologie gepaart mit einer zarten, teilweise verbotenen und doch etwas nervigen Liebesgeschichte machen diesen Roman aus. Wenn die Geschichte in den kommenden Bänden ein Paar Schippen drauflegt, kann dies zu einer herrlich galaktischen Reise werden.

3,5 von 5 Punkten 


Wir danken Piper ivi für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

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