Sonntag, 27. Dezember 2015

Rezension: Aera – Die Rückkehr der Götter (Markus Heitz)

Droemer Knaur
Taschenbuch, 784 Seiten
ISBN: 978-3-426-51861-8
9,99 €


Ein kurzer Einblick

Gott, Allah und Jahwe sind bekannt. Was ist aber mit den alten Göttern wie Odin, Zeus, Shiva, Marduk und Co.? Und wie würden die Menschen reagieren, wenn eben diese alten Götter eines Tages wiederkehren und ihre alten Herrschaftsgebiete beanspruchen würden? Kurz vor Weihnachten 2012 war es soweit und die Welt stürzte in ein Chaos, in dessen Nachwehen sich jeder Mensch neu finden musste. 
So auch Malleus Bourreau, der sich bis 2019 als Interpol-Ermittler etabliert hat, der weder vor Menschen noch Göttern Respekt hat und mit seiner ureigensten Art einen sehr guten Job erledigt. Sein aktueller Fall fordert ihn jedoch zu Höchstleistungen heraus, denn überall auf der Welt verschwinden religiöse Artefakte aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen und die Diebe gehen für den Erfolg über Leichen…


Bewertung

Allein schon dieses Themas wegen wollte ich „Aera – Die Rückkehr der Götter“ unbedingt lesen, denn die diversen Gottheiten aus den unterschiedlichsten Mythologien haben mich schon immer fasziniert. An sich klingt die Geschichte auf den ersten Blick vielleicht ein klein wenig wie bereits bekannte Reihen á la „Percy Jackson“, doch Heitz hat hier eine völlig neue Welt erschaffen mit allen nur denkbaren Göttern der unterschiedlichsten Religionen, angefangen von den nordischen, über afrikanische bis hin zu den japanischen Gottheiten. Dass dabei die drei Weltreligionen der Christen, Muslime und Juden fast völlig ausgelöscht wurden aufgrund der Tatsache, dass ihr jeweiliger Gott 2012 nicht erschienen ist, ist sowohl beängstigend wie auch ein kluger Schachzug. 
Zusammenfassend kann man sagen, dass Heitz hier eine Welt geschaffen hat, in der es sowohl spannend als auch gefährlich ist zu leben. Das bekommt auch der Protagonist zu spüren, der mir bereits nach den ersten paar Seiten extrem sympathisch war. Ihm zur Seite stehen nach anfänglichen Schwierigkeiten eine äußerst taffe Sekretärin und ein geheimnisvoller wie durchgeknallter Killer, der als Bourreaus Schatten diesem überallhin folgen will. Quasi ein Profistalker mit einer extra Portion Gefährlichkeit im Gepäck… Diese drei müssen in zehn episodenhaften Kapiteln, die zwar jeweils inhaltlich abgeschlossen sind, die Gesamthandlung aber dennoch insgesamt immer komplexer werden lassen, mal gegen- und mal miteinander agieren. Daraus entwickelt sich ein regelrechtes Spiel, welches mir grandiosen Spaß geboten hat. 
Es sei zudem angemerkt, dass Heitz hier extrem in die Klischeekiste gegriffen hat. Das betrifft sowohl die optische Ausstattung von Bourreau als auch seine Handlungen (mal abgesehen davon, dass die weiblichen Charaktere alle auf den Helden abfliegen…). Teilweise ist es wirklich so klischeehaft, dass ich mir direkt ein Schmunzeln verkneifen musste und es gerade aufgrund der Abgedrehtheit wieder klasse fand. 
Besonders toll gelungen finde ich auch die Einflechtung einzelner Gottheiten. Welche das sind, soll hier – und an dieser Stelle verzeiht mir der Autor sicherlich, wenn ich ihn zitiere – „aus dramaturgischen Gründen“ nicht verraten werden. Diese werden durchaus realistisch dargestellt und passen sehr gut in die einzelnen Krimigeschichten hinein. Dabei werden im Laufe der Handlung immer mehr Andeutungen gemacht, welche allzu oft auch nicht aufgelöst werden. Das hat mich aber aufgrund der allgemeinen Lesefreude nicht gestört und im Hinblick auf das offene Ende des Romans sogar eher gefreut. Verspricht es doch eine hoffentlich baldige Fortsetzung!
Einen kleinen Abzug muss ich aber doch machen, denn manche Wiederholungen, wie das Zücken seiner geheimnisvollen Culebras oder das Streichen über seinen speziellen Bart, kommen wirklich ständig vor und wären durch ein paar Erwähnungen weniger nicht ganz so alltäglich geworden. 

Fazit

Spannende und actiongeladene kriminalistische Fälle gepaart mit einem Charaktertrio, dass mit teilweise tiefschwarzem Humor daherkommt, alte Götter, die sich in der Geschichte tummeln und mal mehr und mal weniger selbst auftreten… Dieses Buch hat auf jeden Fall meinen Geschmack getroffen.

4,5 von 5 Punkten


Wir danken Droemer Knaur für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

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