Sonntag, 15. November 2015

Rezension: Passagier 23 (Sebastian Fitzek)


Droemer Knaur
Hardcover, 432 Seiten
ISBN: 978-3-426-19919-0
19,99€

Ein kurzer Einblick

Eine Kreuzfahrt, die ist lustig, eine Kreuzfahrt, die ist schön. Aber nicht, wenn Jahr für Jahr Menschen spurlos auf einem Kreuzfahrtschiff verschwinden…

Bewertung

Martin Schwartz ist einer der ganz Harten, die auf der Welt nichts mehr zu verlieren haben, da schon alles verloren ist. Er verlor vor fünf Jahren Frau und Sohn auf einem Kreuzfahrtschiff und niemand konnte ihm damals genau sagen, was vorgefallen ist. Dies hat ihn zu einem Menschen gemacht, der über Grenzen geht und sei es darum, sich als Einsatz selbst Verletzungen zuzufügen.
Der Roman zeigt einem ziemlich schnell auf, mit was für einem Hauptprotagonisten es man zu tun hat: starker Kerl mit einem weichen Inneren, ganz besonders, wenn es um Kinder geht. Durch einen Anruf auf ein Kreuzfahrtschiff gelockt, fängt die Spurensuche nach dem, was seiner Familie damals zugestoßen ist, an. 

Ich bin mir nicht ganz im Klaren, was ich von diesem Roman halten soll. Auf der einen Seite gab es einen Punkt, an dem ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte, da ich unbedingt wissen wollte, zu welchen Höhepunkt die Geschichte kommt und wie sich die Geheimnisse auflösen. Auf der anderen Seite merkt man beim Lesen, wie arg konstruiert die Story ist und stolpert auch immer wieder darüber. 
Die Charaktere wiederum fand ich super und mit denen hat es Sebastian Fitzek für mich auch wieder etwas herausgerissen. Als Nebenhandlung ging es um ein Mutter-Tochter-Duo, das die Reise vom Schiffskapitän finanziert bekommen hat, der erleichternder Weise der Patenonkel von Lisa, der Tochter ist, und natürlich auch derselbe Kapitän, der die Verantwortung auf dem Schiff hatte, auf dem Martins Familie verschwand. Hier merkt man wieder die Konstruktion, aber dennoch war ich von den Charakteren höchst fasziniert und sie haben mich einfach in die Geschichte mit hineingerissen. Ab der Hälfte des Romans wollte ich nur noch wissen, wer für das Verschwinden verantwortlich ist und wie die Geschichte aufgelöst wird.
Hervorheben kann man noch, dass für mich die Auflösung der Geschichte nicht voraussehbar war. Bei manchen Romanen beschleicht einen irgendwann eine leise Ahnung, aber hier lag ich mit meinen Vermutungen komplett im Dunkeln. Das Überraschungsmoment war auf jeden Fall gegeben, wenn auch, wie schon erwähnt, doch arg konstruiert.
Sehr überrascht war ich vom Epilog der Geschichte. Vorsicht, dieser kommt nach dem Nachwort des Autors. Wer generell keine Nachworte liest, sollte hier noch weiter blättern, bis er zum Epilog kommt. Dieser Epilog lässt einen noch einmal schön schmunzeln und ist ein willkommenes Ende für diesen Roman.

Fazit

„Passagier 23“ ist kein hervorragender Roman, dennoch zieht er einen in seinem Bann. Die Storyline wirkt konstruiert, bleibt aber dennoch spannend. Die Charaktere sprechen für sich und besonders gut gelungen finde ich die schrullige alte Dame. 
Vielleicht nicht der beste Fitzek, aber auch nicht der Schlechteste.

3 von 5 Punkten

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen