Dienstag, 10. November 2015

Rezension: Ein Streuner kehrt heim (Nick Trout)

Page & Turner
Gebundenes Buch, 384 Seiten
ISBN: 978-3-442-20430-4
14,99 €

Ein kleiner Einblick

Dr. Cyrus Mills wollte nie wieder in seinen Heimatort Eden Falls in Vermont zurückkehren. Dann erbt er jedoch die Tierarztpraxis von seinem Vater. Als erstes hat er nur im Sinn, diesen Klotz wieder loszuwerden. Aber Geldsorgen und andere Dingen führen dazu, dass er die Praxis übernimmt. Natürlich nur, bis ein Käufer für die Praxis gefunden wurde.
 Doch dann treten ein besonderer Hund und eine temperamentvolle Kellnerin in sein Leben und Cyrus fängt an, manche Begebenheiten mit anderen Augen zu sehen.

Bewertung

Bis ich mich in diesen Roman hineingefunden hatte, hat es eine kleine Ewigkeit gedauert. Der Grund dafür war der Hauptprotagonist Dr. Cyrus Mills, der mir am Anfang überhaupt nicht sympathisch war. Man kann also sagen, dass ich mich die ersten Seiten doch ziemlich durch den Roman schleppen musste, bevor ich dann doch mit der ganzen Geschichte warm wurde. Schichtweise enthüllte der Hauptcharakter seine Beweggründe und wurde zum Ende doch ein Charakter, den man als Leser gern hat.
 Der Roman fängt an, als Cyrus Mills in sein Heimatstädtchen Eden Falls zurückkommt. Er hofft ständig, dass ihn keiner erkennt und irgendwie scheint ihm die ganze Sache auch eher unangenehm zu sein. Nur sein Kollege weiß, wer er ist, denn dieser hat auch schon mit seinem verstorbenen Vater zusammengearbeitet. Cyrus selbst trägt den Geburtsnamen seiner Mutter, seit ein Zwist ihn mit seinem Vater entzweit hat. Das Warum erfährt man erst nach und nach und das hat bei mir dazu beigetragen, dass mir der Charakter mehr und mehr sympathisch wurde.
Cyrus Mills möchte die väterliche Tierarztpraxis eigentlich loswerden, muss aber wegen bestimmter Begebenheiten in seinem Leben diese nun erst einmal führen. Natürlich kommt es am Ende anders als man denkt, was natürlich auch der Titel des Buches verrät. Der Streuner ist hierbei nicht tierisch, wie das Buchcover suggeriert, sondern menschlich.
Die Nebencharaktere sind gut ausgewählt worden und passen zu der verschrobenen Kleinstadt. Am meisten mochte ich den Charakter von Dr. Lewis, dem Kollegen. Er brachte etwas Väterliches in den Roman, stand Cyrus mit guten Ratschlägen zur Seite und lenkte dabei die Geschichte in eine Richtung, die einem als Leser gefällt.
Wie er die Lösungen seiner tierischen Patienten sucht, war sehr gut beschrieben. Es hat Spaß gemacht, zusammen die Ursachen der Erkrankungen herauszufinden, auch wenn sich Cyrus Mills nicht immer sicher dabei war.
Einen Kritikpunkt habe ich allerdings an der Geschichte. Die beschriebene menschliche Geburt war mir zu klischeehaft. Hier hatte ich das Gefühl, dass diese Begebenheit einfach in die Geschichte hineingepresst wurde, damit noch was Tolles passiert. Für mich war diese Passage leider einfach nur schlecht und unglaubhaft beschrieben. 
Ansonsten fand ich den Roman ganz nett. Nach anfänglichen Leseschwierigkeiten habe ich eine nette Geschichte vorgefunden, die sowohl mit ihren tierischen als auch menschlichen Lebensgeschichten begeistern kann.

Fazit

Das erste Buch um dem Tierpathologen/Tierarzt Dr. Mills führt einen nach anfänglichen Schwierigkeiten gut in die Geschichte ein. Interessante Charaktere, spannende tierische Probleme und der Beginn einer kleinen Liebesgeschichte runden das Buch ab.

3 von 5 Punkten 

Wir danken Page & Turner für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

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