Mittwoch, 18. November 2015

Rezension: Der Fledermausmann (Jo Nesbø)

Ullstein
Taschenbuch, 415 Seiten
ISBN: 978-3-548-25364-0
9,99€

Ein kurzer Einblick

Harry Hole wird nach Sydney geschickt, um dort den Mord an einer Norwegerin zu untersuchen. Schon bald merken er und seine australischen Kollegen, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt. Ein Serienmörder tötet scheinbar willkürlich junge weiße Frauen.

Bewertung

Wenn man eine Buchreihe nicht chronologisch liest, haben die vorhergegangenen Bände einen besonderen Reiz. Man möchte wissen, wie sich der handelnde Charakter zu der Persönlichkeit entwickelt hat, die man in den späteren Bänden vorfindet.

„Der Fledermausmann“ ist der erste Band der Reihe um den Osloer Polizisten Harry Hole und die  gesamte Handlung spielt in Sydney. Diesen Beginn der Geschichte finde ich gar nicht schlecht gewählt, denn so kann sich der Roman voll und ganz auf Harry konzentrieren und man ist fernab von seinem alltäglichen Umfeld. Man erfährt trotzdem viele wichtige Sachen rund um Harrys Persönlichkeit und lernt ihn ganz gut kennen. Manche Darstellungen sind allerdings ziemlich stereotyp dargestellt. So erleidet der trockene Alkoholiker natürlich einen Rückfall. Dies konnte man sich irgendwie denken und gehört nun nicht zu den großen Überraschungen dieses Romans.
Interessanter fand ich stattdessen die Liebesgeschichte, die sich angebahnt hat, da diese in den drei Romanen, die ich bisher aus der Harry Hole-Reihe kenne, so noch nicht vorgekommen ist und Harry eher der Einzelgänger und verschlossene Typ war.

Ansonsten ist Jo Nesbø immer wieder sehr von der Kerngeschichte abgeschweift. Man erfährt nebenbei viel über Australien und die Aborigines, aber in der Menge war es leider einfach zu viel für einen Roman. Es sind zwar manche interessante Fakten dabei, wovon auch ein paar wichtig für die Geschichte sind, trotzdem fühlt man sich von den ganzen Informationen erschlagen, die einem präsentiert werden. Auch zieht sich dadurch der Anfang der Geschichte ganz schön in die Länge und man braucht etliche Seiten, bis man richtig in die Story hineingefunden hat.
 Zum Glück reißt Nesbø die Geschichte irgendwann herum und es wird dann doch noch richtig spannend. Gerade das Ende ist wieder mal ein typischer Show-Down (wie man ihn schon aus späteren Harry Hole-Bänden kennt) und lässt das Adrenalin des Lesers noch einmal nach oben schnellen.

Fazit

Der erste Roman um den Kommissar Harry Hole ist nicht der Beste. Jo Nesbø hat hier noch nicht zu seiner Form gefunden, die er in den späteren Romanen präsentiert. Trotzdem lässt er sich gut lesen und wenn man erst einmal hineingefunden hat, wird es auch richtig spannend rund um Harry Hole.

3 von 5 Punkten

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen