Donnerstag, 5. November 2015

Filmkritik: Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste


Der zweite Teil der Trilogie-Verfilmung von James Dashner ist mit 131 min etwas länger als sein Vorgänger. Doch auch hier müssen Dylan O’Brien als Thomas, Ki Hong Lee als Minho, Kaya Scodelario als Teresa und Thomas Brodie-Sangster als Newt um ihr Leben laufen. Denn sie sind zwar dem Labyrinth, doch nicht den Fängen der Organisation WICKED entkommen. Und so müssen sie hinaus in die Brandwüste, durch vermeintlich verlassene Städte, in denen nun die Cranks – die von dem Brand infizierten Menschen – leben, und hoffen, sich einer Gruppe Widerstandskämpfer anschließen zu können, um WICKED zu Fall bringen zu können.

Mein erster Gedanke, als ich den zweiten Teil gesehen habe, war: Okaaaay, hier muss man die Verbindung zum Buch regelrecht suchen… Visuell hat Wes Ball schön den ersten Teil weitergeführt und sogar noch düsterer gestaltet. Und bereits zu Beginn wird viel Spannung aufgebaut und man hofft mit den Charakteren mit, dass sie endlich in Sicherheit sind.
Lässt man die Buchvorlage komplett außen vor, sind die einzelnen Charaktere auch wunderbar so dargestellt worden, wie man sie im ersten Film kennengelernt hat. Das einzige, was mich an dieser Fortsetzung gestört hat, ist, dass hier komplett nur Menschen im letzten Stadion der Erkrankung gezeigt werden und er dadurch zu einem fast standardisierten Zombiefilm wird. Das hätte man durchaus vielseitiger darstellen können.
Jetzt ist es bei einer Buchverfilmung nur leider so, dass man unweigerlich Vergleiche anstellt. Und bei diesen kommt diese Fortsetzung nicht wirklich gut weg, denn es kommen zwar Brenda (Rosa Salazar), Jorge (Giancarlo Esposito) und auch Aris (Jacob Lofland) wie im Buch als neue Hauptcharaktere hinzu und auch der „Sichere Hafen“ wird erwähnt, doch hat dieser z.B. eine völlig andere Bedeutung als in der Vorlage. Auch wird das Gewitter mit Blitzeinschlag nicht so drastisch dargestellt. Ich will auch keinesfalls zu viel verraten, doch eigentlich ist „Die Auserwählten in der Brandwüste“ komplett auf eine Flucht der Protagonisten reduziert worden. Eine Phase 2 von WICKED wie im Buch, dass die „Probanden“ in der Brandwüste die Experimente überstehen müssen, existiert gar nicht. Vielmehr kommt die Wüste auch wie ein laues Lüftchen daher. Dass Elemente aus dem dritten Buch „In der Todeszone“ bereits jetzt verwendet wurden, lässt auch vermuten, dass der dritte Film komplett anders verlaufen wird als der Abschlussband.

Fazit

Waren in Teil eins nur Kleinigkeiten geändert worden, muss man in dieser Fortsetzung genau hinschauen, um überhaupt eine Verbindung zum Buch zu finden. Das ist richtig schade, denn der Film an sich ist zwar in meinen Augen kein Meisterwerk, aber mit seinen Actionszenen und tollem düster gehaltenen Design doch zumindest sehenswert. Mein Fazit: Der Film kann einem gefallen, wenn man die Vorlage nicht kennt oder ohne Probleme ausblenden kann. Wer eine Buchverfilmung erwartet, sollte lieber die Finger davon lassen.

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