Freitag, 20. November 2015

105. Todestag: Lew Tolstoi

Liebe Leserinnen und Leser,

heute jährt sich zum 105. Mal der Todestag des großen russischen Schriftstellers Lew Tolstoi. Dieser wurde am 9. September 1828 in Jasnaja Poljana als viertes von fünf Kindern einer russischen Adelsfamilie geboren. 1844 begann er mit einem Studium der orientalischen Sprachen, um schließlich zu Jura zu wechseln, was er jedoch 1847 oder 1848 wieder abbrach, um sich für die Leibeigenen auf dem Gut der Familie durch Landreformen einzusetzen. Ab 1851 nahm er sowohl am Krieg im Kaukasus als auch am Krimkrieg teil, was er 1855 in seinen „Sewastopoler Erzählungen“ verarbeitete, die ihn bereits als Schriftsteller bekannt machten. In der Folge beschäftigte sich Tolstoi mit Pädagogik, bereiste dafür einige europäische Länder und richtete zu Hause Dorfschulen nach dem Vorbild Rousseaus ein. 1862 heiratete er schließlich die 18jährige Sofja Andrejewna Behrs, mit der er dreizehn Kinder zeugte. Zu dieser Zeit begann er zudem mit seinem ersten großen Werk „Krieg und Frieden“, das 1868/69 veröffentlicht wurde, worauf sein zweiter großer Roman „Anna Karenina“ 1877/78 folgte. Beide Romane brachten ihm große Anerkennung als Schriftsteller ein, woraufhin allerdings für Tolstoi eine große Phase der Orientierungslosigkeit begann. Er verzichtete auf Fleisch, Rauchen, Alkohol, setzte sich vielfach für politisch und religiös Verfolgte ein und beschäftigte sich immer stärker mit religiösen Themen, wovon auch sein 1899 erschienener Roman „Auferstehung“ handelt. In Russland reagierte man immer kritischer auf Tolstoi, er unterstand polizeilicher Bewachung und bei einer Hausdurchsuchung 1908 etwa wurden all seine Texte konfisziert, was auch zu Spannungen in der Familie führte. Schließlich verließ Tolstoi mit seiner jüngsten Tochter die Familie für eine Reise gen Süden, auf der er an einer Lungenentzündung erkrankte und am 20. November 1910 in Astapowo verstarb.

Euer Legimus-Team

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