Dienstag, 27. Oktober 2015

Rezension: Die Auserwählten 3. In der Todeszone (James Dashner)

Chicken House im Carlsen Verlag
3 Taschenbücher im Schuber mit Bonusmaterial, 1520 Seiten - Band III: 526 Seiten
ISBN: 978-3-551-52068-5
29,99 €

Ein kurzer Einblick

Sie haben nach dem Labyrinth nun auch die Brandwüste überlebt und hoffen, endlich in Sicherheit zu sein. Und tatsächlich verspricht ANGST den Lichtern nicht nur ein Ende aller Versuche, sondern auch mit der Wiederherstellung ihrer Erinnerungen auch ein Ende aller Rätsel. Doch Thomas, Minho und Newt trauen dem Frieden nicht. Und während sich die meisten Lichter ihre Gedächtnisblockade entfernen lassen, brechen die drei Freunde zusammen mit Brenda und Jorge aus und machen sich auf den Weg nach Denver, wo sie sich Antworten erhoffen, einen alten Bekannten wiedertreffen und auch schwere Entscheidungen treffen müssen. Wird es ihnen am Ende gelingen, ein Heilmittel zu finden? Oder steht der letzte Rest der Menschheit kurz vor dem Aussterben?

Bewertung

Wie Teil zwei beginnt auch „In der Todeszone“ ohne Umschweife mit der fortlaufenden Handlung, wobei für Thomas nur wenige Tage vergangen sind. Die ersten Tage sind recht zäh beschrieben, was aber daran liegt, dass Thomas in einer Isolationszelle sitzt und nichts weiter machen kann, als nachzudenken, zu trainieren und Löcher in die Luft zu starren. Doch das ist es auch, was mich mit dem Lesen vorantrieb, denn ich wollte unbedingt wissen, wie es mit ihm und seinen Freunden weitergeht.
Und es geht spannend weiter! In diesem Abschlussband wird die Gruppe der Lichter aufgrund individueller Entscheidungen getrennt und muss sich jeweils bewehren. Nach dem Labyrinth und der Bandwüste verlagert sich das Setting hier hauptsächlich auf das Hauptgebäude von ANGST und auf Denver, was eine angenehme Abwechslung darstellt. Zudem erfährt der Leser, was es mit der „Todeszone“ auf sich hat.
Auch wird das Tempo nicht gnadenlos vorangetrieben, sondern die Jungen haben zwischenzeitlich sogar Zeit, in ein Café zu gehen. Das ist zwar auf den ersten Blick fast schon surreal, aber lässt einen selbst auch ein wenig verschnaufen und über das bisher Geschehene nachdenken. Was würde man selbst machen in solch einer dystopischen Welt, wenn sie Realität werden würde? Wenn das eigene Überleben und das derer, die man liebt, auf dem Spiel stehen? Das ist es auch, was für mich das große Potenzial dieser Reihe darstellt: Man sieht sich mit Fragen konfrontiert, die einen über vieles nachdenken lassen und vielleicht auch ein wenig zu sich selbst finden lassen in unserer schnelllebigen Welt.
Positiv hervorzuheben ist weiterhin, dass Dashner auf eine klassische Liebesgeschichte verzichtet hat. Zwar gibt es zwischen Thomas und Teresa und später auch bei Brenda im Laufe der drei Bände durchaus auch tiefergehende Gefühle, die aber stets realistisch dargestellt werden und sich nicht in den Vordergrund drängen.
Als besonderes Schmankerl sind am Ende des Buches noch „Die Geheimakten“ von ANGST als Bonusmaterial enthalten. Darin bekommt man einen guten Blick auf die Geschehnisse vor den Experimenten aus Sicht der Erwachsenen, die sich mit dem Desaster auseinander setzen müssen, welche der Brand ausgelöst hat. Das rundet diesen Abschlussband hervorragend ab.

Fazit

Mit „In der Todeszone“ schließt Dashner seine spannende, aber ebenso grausige Auserwählten-Reihe ab. Ihm ist hier ein sehr guter Mix aus mitreißender Action, moralischem Dilemma und einem Überlebenskampf gelungen, der mich wirklich hat mitfiebern lassen. Das Ende war für mich zwar in gewisser Weise vorhersehbar, doch tat es dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Wer auf dystopische Szenarien steht, kann beherzt zu dieser Reihe greifen, es lohnt sich.

4,5 von 5 Punkten

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen