Sonntag, 9. August 2015

Rezension: Schicksalstanz - Die Töchter der Elfe (Nicole Boyle Rødtnes)

Gulliver
Hardcover, 282 Seiten
ISBN: 978-3-407-74595-8
14,95 €

Ein kleiner Einblick

Azalea, Birke und Rose sind keine normalen Menschen, sondern Elfen. Mit ihrem magischen Tanz ziehen sie die Menschen in ihren Bann und gleichzeitig nehmen sie ihnen etwas von ihrer Lebensenergie. Als Birke sich in Malte verliebt, ändert sich ihr aller Leben komplett und das Schicksal nimmt seinen Lauf…

Bewertung

Schicksalstanz beginnt wie ein typischer Teenagerroman, der in den ersten Zügen etwas stereotyp daherkommt. Mit stereotyp meine ich die Bezeichnung der Schwestern. Azalea, die Älteste, ist die besonnene und kluge, die in etwa derselben Meinung ist, wie der Vater der Geschwister. Birke, die Mittlere, macht eine Wandlung von der bedachten Person zu einer, die auch ihren Gefühlen nachgeht, durch. Rose, die Jüngste, schlägt schon immer etwas über die Strenge. Nicole Boyle Rødtnes führt den Leser erst einmal gut in die Welt der Elfen ein. Man versteht ziemlich schnell, was an ihnen anders ist, als an einem normalen Menschen und auf was sie alles achten müssen. Vieles bleibt hierbei erst einmal im Dunkeln, da auch die Mädchen nicht alles wissen. So macht der Leser gemeinsam mit ihnen Entdeckungen, die nicht immer angenehm sind. 
Je weiter der Roman voranschreitet, desto spannender, geheimnisvoller und auch ein wenig gruselig wird er. Von der Heftigkeit der Geschichte war ich dann doch ziemlich überrascht und hätte sie so am Anfang des Romans auch nicht erwartet. Aber genau dadurch hat dieser Roman auch den nötigen Biss bekommen, der mir extrem gut gefallen hat. Kein Dahinplätschern einer Jugendgeschichte, sondern eine sehr gut ausgereifte Story, in der man mit den Protagonisten mitfiebern und auch mitfürchten kann. Dazu kommt, dass das Ende absolut unvorhersehbar war und man fast aufschreit, da man mit diesem Ende nun erst einmal leben muss, bis der zweite Band erscheint. 
Das einzige Manko, was ich für mich feststellen konnte, ist der Charakter des Vaters der drei Mädchen. Seine Handlungen und Taten sind für mich recht schwer nachvollziehbar. Auch konnte ich mir kein gutes Bild von ihm machen. Er wirkte schwammig auf mich, sowohl wie er aussieht, als auch von seinem Charakter. Alle anderen Protagonisten hat die Autorin besser beschrieben.
Birke lernt man am besten kennen, da der Roman aus der Ich-Perspektive beschrieben ist. Sie wirkt auf mich auch noch etwas „unfertig“ und entwickelt sich erst während des Lesens zu einer Persönlichkeit. Azalea und Rose wurde dahingegen, wie oben schon beschrieben, ein stereotyper Stempel aufgedrückt.

Fazit

Obwohl mich die Geschichte am Anfang nicht überzeugen konnte, bin ich am Ende doch zu einem Fan mutiert und muss nun geduldig auf die Fortsetzung warten. Zwar sind kleine Schwächen in der Handlung zu finden, aber diese sind zu übersehen, da sie durch die Spannung der Geschichte wieder aufgehoben werden. Wer es ein bisschen mystisch mag und gerne mal ein Jugendbuch liest, der kann getrost zu Nicole Boyle Rødtnes Roman greifen.

4 von 5 Punkten

Wir danken Beltz & Gelberg und dem Projekt "Blogg dein Buch" für das bereitgestellte Rezensionsexemplar. Das Buch kann direkt über die Verlagshomepage bestellt werden. 


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