Dienstag, 25. August 2015

Filmkritik: Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth


Im ersten Teil der Trilogie-Verfilmung von James Dashner von 2014 müssen u.a. Dylan O’Brien als Thomas, Aml Ameen als Alby, Ki Hong Lee als Minho, Kaya Scodelario als Teresa und Thomas Brodie-Sangster als Newt um ihr Leben laufen. Wes Ball als Regisseur hat den ersten Teil um die Gruppe junger Leute, die seit drei Jahren auf der Lichtung leben müssen und dessen Alltag durch die Ankunft von Thomas durcheinandergewirbelt wird, auf eine Länge von 113 min gedreht. Darin geht es recht schnell zur Sache, denn die Griewer – halb Maschine, halb lebendes Wesen – lassen nicht lange auf sich warten und jagen jeden der Jungen, der nachts (und teilweise auch tagsüber) im Labyrinth ist.


Insbesondere der visuelle Aspekt ist Wes Ball in diesem ersten Teil sehr gut gelungen. Allein wegen dem Labyrinth und den Griewern ist der Film für mich sehenswert gewesen. Diese skorpionsähnlichen Wesen sind wahrlich meisterhaft grauenhaft geworden. Auch wurde an Actionszenen nicht gespart, die die gemächlichen Zwischenparts, in denen wie bei der Vorlage die Gemeinschaft der jungen Leute im Mittelpunkt steht, gekonnt unterbrechen und ergänzen und die Spannung und endzeitliche Stimmung immer wieder in die Höhe treiben.
Es fällt aber auch schnell auf, dass von der Geschichte viele Einzelheiten geändert wurden, wie der fehlende Bunker der Läufer, das „Griewerloch“, die Angriffe auf der Lichtung… Was mir persönlich gar nicht gefallen hat, war die totale Abwesenheit der telepathischen Gespräche zwischen Thomas und Teresa. Der Aspekt wurde gänzlich weggelassen und ich bin gespannt, ob das wenigstens konsequent so weitergeführt wird in den kommenden Teilen.
Auch wurde das tägliche Leben sehr kurz gehalten. Im Buch muss Thomas alle Stationen, wie dem Ackerbau, die Arbeit bei den Schlitzern etc., durchlaufen. Sicherlich muss man gewisse Einschnitte vornehmen, wenn man einen normal langen Kinofilm nicht sprengen will, aber dadurch sind manche Ungereimtheiten entstanden, die nicht hätten sein müssen.
Als kleine Wiedergutmachung wurden auf der DVD „Deleted Scenes“ zu den Extras genommen, die darauf näher eingehen.
Hervorzuheben sind aber auf jeden Fall die schauspielerischen Leistungen der fast durchweg jungen Darsteller. Man nimmt ihnen die von der Gesamtsituation verursachten Gefühle ausnahmslos ab. Wobei ich sagen muss, dass der Film im Gegenzug zur Vorlage sehr nett gehalten ist, was vor allem die Gemütszustände der Figuren anbelangt. Auch stand hier so ziemlich von Anfang an fest, dass Thomas ein Läufer wird. Ihm werden quasi keine Steine in den Weg gelegt wie im Buch. Das bringt ein gewisses Tempo in den Film, was die Darsteller durch ihr Spiel zwar gut kompensieren können, mir aber persönlich nicht so gefallen hat.

Fazit

Wie die Buchvorlage lässt der Film viele Fragen offen, was Laune auf die Fortsetzung macht. Es werden aber auch viele kleine Details abgeändert, was manchmal doch nicht immer gelungen ist wie ich finde. Aber wie bereits gesagt ist diese Dystopie allein schon aufgrund der Visualität durchaus sehenswert.

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