Dienstag, 16. Juni 2015

Rezension: Mein ist die Rache (Elizabeth George)

Goldmann
Taschenbuch, 496 Seiten
ISBN: 978-3-442-47824-8
9,99 €

Ein kurzer Einblick

Inspector Thomas Lynley und Deborah Cotton planen ein nettes Verlobungswochenende auf dem feudalen Stammsitz von Lynleys Familie. Doch Zwistigkeiten unter den Gästen und der bestialisch ermordete Journalist im Nachbardörfchen lassen keine Zeit für eine romantische Verlobungsfeier.

Bewertung

„Mein ist die Rache“ spielt chronologisch noch vor „Gott schütze dieses Haus“. Deswegen macht es Sinn, dieses Buch auch davor zu lesen. Auf den meisten Internetseiten wird dies auch so dargestellt. Ich habe allerdings noch einen älteren Doppelband von Goldmann zu Hause, worin „Mein ist die Rache“ erst als zweiter Roman kommt.
Ich habe schon mehrere Bücher aus der Reihe gelesen und bin nun dabei, alle mehr oder weniger nacheinander chronologisch zu lesen. Bei manchen Sachen greift mein Wissen also schon vor und so habe ich den Roman mit etwas anderen Augen gelesen. Ich fand es sehr interessant zu wissen, wie Lynleys Familie eigentlich lebt, welche Verbindungen er zu seinen Geschwistern und zu seiner Mutter hat. Dieser Roman beschäftigt sich eingehend mit der Bindung der Figuren zueinander, so dass man von Inspector Lynley und den anderen Figuren ein wesentlich klareres Bild vermittelt bekommt. Zwar werden die Freundschaften und Verbindungen immer wieder auch in den anderen Romanen erwähnt, aber nicht so deutlich wie in diesem. In den anderen Romanen liegt der Fokus auch immer wieder auf Havers. Sie kommt hier nur einmal kurz vor und spielt noch nicht einmal eine Nebenrolle in der Geschichte.
Elizabeth George spielt in diesem Roman mit den Klischees zwischen wohlhabend und nicht wohlhabend. Deborah Cotton, die bei der vornehmen Familie St. Clair aufgewachsen ist, da ihr Vater für diese arbeitet, fühlt sich in der Welt der Lynleys nicht richtig wohl. Verzwickter wird es dadurch, dass sie sich zu Simon St. James hingezogen fühlt, mit dem sie zusammen aufgewachsen ist, der sich aber wegen eines Unfalls und der darauf erfolgten Gehbehinderung Deborah nicht öffnen kann. Dazwischen finden Morde statt, die der gesamten Geschichte noch einmal etwas an Würze verleihen. Irgendwie kann es jeder getan haben und keiner scheint eine wirklich weiße Weste zu haben. Durch die enge Verbindung der Figuren tritt manchmal der Krimicharakter dieses Romans ein bisschen in den Hintergrund und es geht mehr um die Beziehungsgeflechte. Die Spannung bleibt aber konstant oben, da man nie weiß, was auf den nächsten Seiten geschehen mag.

Fazit

„Mein ist die Rache“ ist der Band, der einem die Hintergrundgeschichte der Figuren näher bringt. Anspielungen in weiteren Bänden versteht man besser, wenn man diesen Roman gelesen hat und nicht gleich mit „Gott schütze dieses Haus anfängt“: ein toller Einsteigerroman in die Lynley- und Havers-Romane.

4 von 5 Punkten

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