Dienstag, 23. Juni 2015

Rezension: Dinopark (Michael Crichton)

Heyne
Taschenbuch, 576 Seiten
ISBN: 978-3-453-81150-8
9,99 €


Das Cover stammt von einer Hardcover-Ausgabe, die der Rezension zugrunde liegt, aber bereits vergriffen ist.

Ein kurzer Einblick

Dr. Alan Grant ist Paläontologe aus Leidenschaft und befindet sich mit Dr. Ellie Sattler – ihres Zeichens Paläobotanikerin – gerade an einer interessanten Ausgrabungsstätte, als die beiden angehalten werden, die langjährige Arbeit der Hammond-Stiftung auf einer einsamen Insel vor Costa Rica zu begutachten. Die beiden wissen, dass John Hammond einen „Dinosaurier-Tick“ hat, doch was ihnen im Besucherpark auf der Isla Nublar begegnet, sprengt ihre Vorstellungskraft! Zusammen mit dem Mathematiker Dr. Ian Malcolm, dem Anwalt Donald Gennaro, Ed Regis, dem PR-Agenten des Parks, und den beiden Enkeln von Hammond gehen sie auf eine Rundfahrt durch den Jurassic Park, was ihnen Hammond als eine ihrer aufregendsten Reisen verspricht. Doch bald fällt der Strom aus und schnell merken die geklonten Dinosaurier, dass zwischen ihnen und den Menschen kein Starkstromzaun mehr ist…

Bewertung

Als Kind habe ich lange und gern mit Dinosaurierfiguren gespielt. Ich liebte sie regelrecht. Das wurde mir schnell wieder bewusst, als ich beim Lesen dieses Kribbeln verspürte, das ich immer habe, wenn ich mich für etwas begeistere. „Dinopark“ verspricht aber nicht nur wegen seiner Hauptdarsteller eine Reise in die Vergangenheit, sondern lässt einen auch die Zeit Ende der 80er Jahre erleben, als noch nicht fast jeder mit einem Computer umgehen konnte, es keine Mobiltelefone gab und man erklären musste, was eine CD-Rom ist.
Crichton hat mit „Dinopark“ einen Roman geschrieben, der spannender nicht sein könnte. Er hat nicht nur vielseitige und interessante Charaktere erschaffen, sondern ein – gerade in unserer heutigen Zeit – höchst aktuelles Thema zu einem spannenden Thriller gemixt. Wenn man zwischen den Zeilen liest, hat Crichton seinen Roman dabei in zwei Handlungsebenen geteilt, die wundervoll miteinander harmonieren.
Im Vordergrund steht hier natürlich das Klonen der Dinosaurier, die ganz klar die Highlights der Geschichte darstellen. Sowohl ihr Aussehen, als auch ihr Verhalten sind sehr detailverliebt dargestellt und man hat das Gefühl, dass sie sich tatsächlich so in ihrer Umwelt bewegen würden, wenn sie heute noch oder wieder existieren würden. Mit bisher 15 geklonten Arten von Dinosauriern will Hammond einen Vergnügungspark eröffnen, der jede Menge Geld einbringen soll. Besonders John Hammond kommt hier sehr geldgierig rüber und hat auch einen nervigen und schnell aufbrausenden Charakter. Wer mir ebenfalls nicht gefallen hat, war seine Enkelin Alexis, die von allen nur Lex genannt wird. Sie ist zwar mit ihren 7 oder 8 Jahren noch sehr jung, doch ich fand ihre Reaktionen einfach nur nervig, besonders ihr Gehabe, dass sie unbedingt und auch nur ein Eis essen will. Ihr Verhalten fand ich in den Gefahrensituationen insgesamt nicht wirklich nachvollziehbar.
Dagegen habe ich innerlich applaudiert, wann immer Ian Malcolm zu Wort kam. Er bietet nicht nur Hammond ständig Paroli, sondern seine Erläuterungen der Chaostheorie sind auch sehr unterhaltsam.
Neben dem grandiosen Plot mit besonderen Schmankerl, wie technische Grafiken des Computers und diverse Diagramme, die fließend in die Geschichte integriert sind, hat Crichton auch viel Kritik zwischen den Zeilen versteckt. Durch die Stimme Ian Malcolms prangert er Wissenschaftler an, die ohne Gewissen arbeiten und dabei die Unkontrollierbarkeit von neu erschaffenen Dingen ignorieren. Es wird nicht mehr hinterfragt, ob man das, was machbar ist, auch durchführen sollte. Man rechtfertigt sich einfach damit, dass irgendeiner sowieso die Handlung begehen würde, und führt sie aufgrund des Profits dann selbst aus…

Fazit

Der Kitzel kindlicher Neugier, tiefgründige Charaktere, gut platzierte Kritik am wissenschaftlichen System… Wer diesen hochspannenden Thriller um die Riesen der Vorzeit noch nicht gelesen hat, sollte es schnellstmöglich nachholen.

5 von 5 Punkten

1 Kommentar:

  1. Das Buch ist dann mal auf meine Wunschliste gewandert :)

    Vielen Dank für die tolle Rezension!

    Liebe Grüße

    Andrea
    http://wildbookheart.blogspot.de

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