Donnerstag, 11. Juni 2015

Rezension: Die Auserwählten 1. Im Labyrinth (James Dashner)

Chicken House im Carlsen Verlag
3 Taschenbücher im Schuber mit Bonusmaterial, 1520 Seiten - Band I: 496 Seiten
ISBN: 978-3-551-52068-5
29,99 €

Ein kurzer Einblick

Ohne Gedächtnis außer seinem Namen, aber mit einer riesen Portion Angst sowie einer Gewissheit, die er sich selbst nicht erklären kann, landet Thomas auf einer Lichtung, die von einem gigantischen Labyrinth umgeben ist. Zusammen mit anderen gefangenen Jungen sucht Thomas verzweifelt einen Ausweg aus dem Labyrinth, in dem mörderische Kreaturen ihr Unwesen treiben. Doch als wenige Tage später ein Mädchen auf der Lichtung ankommt mit der Nachricht, dass sich alles ändern wird, beginnt erst der wahre Kampf ums Überleben…

Bewertung

Ich war beim Lesen erst einmal ein wenig irritiert, da die Jungen für einige (Schimpf-)Wörter eigene Begriffe verwenden und man sich deshalb beim Einlesen recht konzentrieren muss. Aber nach und nach zeigt sich immer mehr eine spannende Gesellschaft, die diese Jungen innerhalb kurzer Zeit aufgebaut haben und die von harter, aber ehrlicher Arbeit, einem gewissen Anführertum und der Angst getragen wird, niemals den Ausgang aus dem Labyrinth zu finden und womöglich Opfer einer Greaverattacke zu werden.
Als Beginn einer Trilogie finde ich es sehr gut, dass die Fragen, die einem beim Lesen unweigerlich in den Sinn kommen, zum Ende hin kaum beantwortet, sondern eher um noch weitere ergänzt werden. Dazu kommt, dass der Schreibstil sehr angenehm ist, was daher rührt, dass die Story aufgrund der Läufer im Labyrinth eine sehr eigene Dynamik besitzt und man regelrecht dahinfliegt und einfach mitfiebern muss, wie es ausgeht. Das alles macht Lust auf den zweiten Teil mit dem bezeichnenden Namen „In der Brandwüste“.
Im Normalfall würde ich es kritisieren, wenn in einem Buch so wenig auf die einzelnen Personen eingegangen wird. Doch aufgrund der fehlenden Erinnerungen finde ich es hier nur logisch. Vielmehr steht hier der Geist der Gemeinschaft im Mittelpunkt und erst nach und nach erlangen einige Jungen ein paar Erinnerungsfetzen an ihr vergangenes Leben zurück, was die allgemeine Spannung noch um einiges erhöht.
Was ich nicht unerwähnt lassen möchte, ist die wunderschöne Gestaltung des Covers. Die einzelnen Bände in dieser Schuber-Ausgabe sehen zwar schlicht aus, da das Cover und der Buchrücken keine Schrift, sondern nur Muster enthalten, die dem Thema der jeweiligen Bände entspricht – hier ein Labyrinth – aber wenn man es hin und her schwenkt und den Lichteinfall ändert, sieht man eine blasse silber-blaue Farbe, die sehr schön metallisch glänzt. Für alle, die sich ihre Bücher auch nach der Optik aussuchen, ist diese Schuber-Ausgabe daher ein Muss, wie ich finde.

Fazit

Wer wie ich zu dieser Trilogie über die Verfilmung des ersten Teils gekommen ist, der 2014 in den Kinos lief, dem kann ich nur empfehlen, unbedingt die Vorlage zu lesen. Die Beschreibungen der Lichtung, des Labyrinths und der einzelnen Personen an sich sind spannend und die Atmosphäre der leisen Hoffnungslosigkeit und der Angst ist wahnsinnig greifbar. Ihr steht auf dystopische SciFi? Dann seid ihr bei den „Auserwählten“ auf jeden Fall richtig.

4,5 von 5 Punkten

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