Mittwoch, 27. Mai 2015

Rezension: Steife Prise (Terry Pratchett)

Manhattan
Klappenbroschur, 448 Seiten
ISBN: 978-3-7855-7850-6
17,99 €

Ein kleiner Einblick

Samuel Mumm, Kommandeur der Stadtwache von Ankh-Morpork, ist ein Arbeitstier. Das reicht nun seiner Angetrauten Lady Sybil und so wird Mumm kurzerhand zu einem zweiwöchigen Urlaub auf dem hochherrschaftlichen Familiensitz verdonnert. Für Mumm ist das die Hölle! Aber wo Mumm ist, da ist ein Verbrechen auch nicht weit.  So steckt Mumm bald wieder in einer abstrusen kriminalistischen Arbeit…
 
Bewertung

Samuel Mumm ist einer meiner Lieblingscharaktere aus dem Scheibenwelt-Universum. Allgemein gehören die Bücher über die Stadtwache zu meiner Lieblingslektüre… bisher. „Steife Prise“ konnte mich nun leider nicht überzeugen. Ich bin nicht wie sonst locker durch die Seiten geflogen und habe mich an den witzigen und äußerst skurrilen Beschreibungen ergötzt. Nein, es war eher so, dass ich mich zwingen musste, immer wieder einen Blick in den Roman zu werfen und auch wirklich weiterzulesen. Einerseits kann dies mit der Übersetzung von Gerald Jung zusammenhängen. Ich habe nicht mehr den gewohnten Stil der anderen Scheibenwelt-Bücher entdecken können und bin auch über manche Redewendungen und Satzarten gestolpert.
Auch die Covergestaltung ist einfach grauenhaft. Stände nicht Terry Pratchett auf dem Cover, hätte ich diesen Roman wahrscheinlich niemals in die Hand genommen. Mir persönlich fehlt das bunte Cover, in dem meist ein heilloses Chaos herrscht. „Steife Prise“ ist viel zu dunkel gehalten und die Figur (die wahrscheinlich Mumm darstellen soll) geht gar nicht. Sie ist nicht ansprechend, sondern einfach nur hässlich.
Aber noch einmal zu der ganzen Geschichten. Mumm wird zum Landurlaub verbannt. Aber Mumm wäre nicht Mumm, wenn er kein Verbrechen bekämpfen würde. Diesmal stehen die Goblins im Mittelpunkt: aber nicht als Verbrecher, sondern als Geschädigte. Das Völkchen wird unterdrückt und man kann den erhobenen Finger in der Geschichte erkennen. Natürlich ist es Ehrensache, dass Mumm schreckliche Verbrechen gegen dieses Volk nicht dulden kann und seine Nase dort nicht hinaushält.
Ich muss zugeben, dass mich diese Geschichte doch ab und an zum Schmunzeln gebracht hat. Aber ich habe nicht durchgehend geschmunzelt, wie bei den anderen Scheibenwelt-Romanen, die ich schon verschlungen habe, sondern eher in einer sehr abgespeckten Form. Hier mal ein Grinsen, da mal ein Grinsen, aber kein durchgehendes, wie sonst. Dafür hat sich mein Wissen um verschiedene Exkremente vergrößert. Immerhin…

Fazit

Ich kann nicht klar sagen, woran es lag, dass mir dieser Scheibenwelt-Roman nicht wirklich gefallen hat. Neuer Übersetzer und neue Covergestaltung haben bestimmt dazu beigetragen, dass der Gesamteindruck von Anfang an einen Riss hatte. Die Geschichte zwischen den Buchdeckeln konnte mich dann auch nicht so mitreißen, wie ich gehofft hatte. Als Tipp würde ich den Englischkönnern unter uns (ich bin leider nicht so bewandert) empfehlen, den Roman einfach in seiner Ursprungssprache zu lesen. Dann kommt man wenigstens an der Übersetzung vorbei und muss sich darüber keine Gedanken machen.

2 von 5 Punkten

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