Montag, 4. Mai 2015

Rezension: Schimmert die Nacht (Maggie Stiefvater)

script 5
Hardcover, 400 Seiten
ISBN: 978-3-8390-0177-6
18,95 €


Ein kurzer Einblick

Isabel lebt nun in Los Angeles und hat ihre Liebe zu dem ehemaligen Rockstar Cole fast überwunden. Doch dann steht er plötzlich wieder vor ihr und das Spiel aus Anziehung und Abneigung beginnt von vorne. Isabel fürchtet sich vor Coles Vergangenheit und versucht, sich nicht wieder in ihn zu verlieben. Während sie gegen ihre Gefühle kämpft, versucht Cole, sie von seiner Liebe zu überzeugen. Doch es stehen auch noch andere Dinge zwischen ihnen…

Bewertung

Isabel und Cole hatten sich in der Mercy Falls-Trilogie im Laufe der Geschichte zum heimlichen Liebespaar gemausert und man fieberte fast mehr mit ihnen mit als mit Grace und Sam. So war der Leser vom Ende für Isabel und Cole am Ende der Trilogie einigermaßen enttäuscht und hoffte heimlich auf eine Fortsetzung. Diese hat Maggie Stiefvater den Lesern nun mit einem Spin-off beschert. Als Leser ist man über das Wiedersehen mit liebgewonnenen Figuren sehr erfreut. Doch leider erreicht „Schimmert die Nacht“ nicht ansatzweise die Qualität der Bände der Mercy Falls-Trilogie.
Der Roman wirkt arg konstruiert, um die Geschichte von Isabel und Cole noch zu Ende zu bringen. Er besitzt daneben quasi keine relevante Handlung, die die Geschichte in irgendeiner Art und Weise vorangebracht oder zumindest Spannung erzeugt hätte. Dadurch wirkt der Roman wie ein sehr lang gezogenes letztes Kapitel der Trilogie, dessen Inhalt man im letzten Band besser untergebracht hätte. Es erscheint fast so, als ob hier vor allem das Verkaufsargument Ansporn für die Geschichte war.
Leider findet man in diesem Roman auch nicht die liebgewonnenen Details aus der Trilogie wieder. Erfreute man sich in dieser an den humoristischen Erzählungen von Cole und den ignoranten Äußerungen von Isabel, sind die Kapitel, die im Wechsel von ihnen beiden erzählt werden, fast nicht mehr auseinanderzuhalten. Die Charaktere entwickeln sich nur unwesentlich weiter und die Handlung plätschert so vor sich hin. Dabei ist das Ende so leicht vorhersehbar, dass auch hier für den Leser kein großer Antrieb besteht, schnell weiter zu lesen. Die Geschichte ist mit dem klassischen Aufbau von Liebesgeschichte wenig originell erzählt. Es existiert keine Nebenhandlung, die Spannung bietet, und Nebencharaktere werden nicht richtig entwickelt. Einzig die typische Krise vor dem Happy End bietet noch einmal ein bisschen mehr Spannung, ist aber auch so kurz gehalten, dass sie den Leser wenig berührt. In diesem Sinne existiert auch keine originelle oder spannungsreiche Hinführung zum Ende, sondern man hat es einfach irgendwann geschafft. Schade, in Anbetracht des Potentials der Figuren, das vorher entwickelt worden war.

Fazit

Es macht Freude, in „Schimmert die Nacht“ zwei liebgewonnene Charaktere wieder zu treffen. Doch leider vergibt Maggie Stiefvater dieses Potential vollständig. Der Roman wirkt der Sache willen lieblos und wenig originell herunter geschrieben. Wirklich schade, dass eine gute Trilogie so ihr Ende findet!

2 von 5 Punkten


Wir danken script5 für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

1 Kommentar:

  1. Ich hab "Nach dem Sommer" erst vor kurzem gelesen und muss sagen, dass mich das Buch auch nicht gerade umgehauen hat. Daher hab ich wenig Erwartung an die Nachfolger, hoffe aber einfach, dass es mir dann doch etwas besser gefallen wird als dir. :S

    Liebste Grüße,
    Nazurka

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