Montag, 18. Mai 2015

Rezension: Die Schatzinsel (Robert Louis Stevenson)

4 CDs, 239 Minuten
ISBN: 978-3-8445-1591-6
19,99 €

Ein kurzer Einblick

„Die Schatzinsel“ von Robert Louis Stevenson ist eine Geschichte, die immer wieder ein beliebter Stoff ist, um ihn im Fernsehen, als Buchauflage oder auch als Hörspiel neu zu interpretieren. Mit diesem Hörspiel aus dem Hörverlag hat „Die Schatzinsel“ wieder eine neue Interpretation gefunden. Gefährliche Piraten, träumende Schatzsucher und eine geheimnisvolle Insel wecken die Abenteuerlust des Zuhörers.

Bewertung

„Die Schatzinsel“ ist seit Jahren mein unangefochtenes Lieblingsbuch. Natürlich stürze ich mich da auf jede Neuerscheinung, um die Geschichte immer wieder zu erleben. Das Hörbuch „ Die Schatzinsel“ ist aber mehr als pures Erleben. Es ist auch Verstehen. So werden zwischen den einzelnen Tracks immer wieder Kommentare von Robert Louis Stevenson, seiner Frau Fanny und seinem Sohn Lloyd Osbourne eingespielt, die mehr Wissen über die Entstehung des Romans vermitteln. 
Das Hörspiel an sich hat mir sehr viel Spaß bereitet. Die handelnden Figuren sind gut besetzt und zur Erheiterung gibt es sogar kleine Gesangspassagen von Silver, wobei mir auch hier die Stimme sehr gut gefallen hat und ich über den gesungenen Text doch sehr schmunzeln musste. Die Inszenierung bezieht sich auf die 2013 neu übersetzte Fassung von Andreas Nohl, ist also etwas anders als die bisherigen Übersetzungen.
Das Booklet hält viele Hintergrundinformationen für den Hörer bereit: einen Text über die Entstehung des Hörspiels und kleine Hintergrundinformationen über die Figuren, sowie kurze Steckbriefe über die Sprecher, den Regisseur und den Autor des Hörspiels. Natürlich darf auch ein kurzer Steckbrief des Autors Stevenson nicht fehlen. Fotos der einzelnen Sprecher und Gruppenfotos runden das Booklet ab.
Während des Hörens kann man wunderbar in die Geschichte eintauchen. Man sieht regelrecht die einzelnen Szenen vor sich und man hat keine Mühe, der Geschichte zu folgen. Auch ein Schmunzeln stiehlt sich ab und an auf das Gesicht des Zuhörers. Mir gefällt immer das besondere Verhältnis von John Silver und Jim Hawkins sehr gut. Auch in diesem Hörbuch ist die Beziehung der beiden Hauptcharaktere sehr gut dargestellt. Ich mag die Ambivalenz der beiden Figuren. So sieht Jim Silver am Anfang als einen guten Freund sowie Mentor und muss sich dann während der Geschichte eingestehen, dass Silver doch nicht die Glanzfigur ist, für die er ihn gern halten würde. Andersrum wirkt diese Geschichte auch auf Silver, der am Anfang seiner Beziehung bestimmt andere Pläne mit Jim hatte und sich dann doch eingestehen muss, dass dieser Knabe ihm etwas bedeutet. Wenn man sich näher mit der Geschichte der einzelnen handelnden Figuren befasst, kann man noch mehr aus der Geschichte heraushören, als es am Anfang den Anschein erweckt.
Nach Beendigung der Hauptgeschichte kann man noch einem Interview lauschen, welches von Hans Sarkowicz moderiert wird und bei dem Heinz Sommer (Hörspiel- Autor), Leonhard Koppelmann (Regisseur) und Henrik Albrecht (Komponist) interessante Fakten und witzige Details (Papagei!) verraten.

Bewertung

Insgesamt hat mir diese Hörspielfassung sehr gut gefallen. Die Sprecher machen einen hervorragenden Job und dadurch wirkt das Hörspiel sehr lebendig. Die Musik und auch die Musikeinlagen von Silver passen gut in die Geschichte hinein und lockern das Hörspiel auch ein bisschen auf. Die Mischung macht es und bei diesem Hörspiel ist die Mischung einfach rundum gelungen. Interessante Fakten, ein gut inszeniertes Hörspiel und die Geschichte an sich ergeben einfach einen runden Hörgenuss, dem man sich als Hörer gerne hingibt. 

5 von 5 Punkten

Wir danken dem Hörverlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

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