Donnerstag, 28. Mai 2015

Rezension: Das Böse vergisst nie (Kjetil Johnsen)

Broschiert, 272 Seiten
ISBN: 978-3649615781
9,95 €

Ein kleiner Einblick

Vilde, Benedicte, Trine und Nora sind vier Freundinnen, die mehr oder weniger durch dick und dünn gehen. Dies ist ihre Geschichte, denn irgendwann wird eine von ihnen tot in einer Plastikfolie eingewickelt auf einem See treiben. Ermordet von keinem Unbekannten…

Bewertung

Der wirkliche Klappentext auf dem Roman irritiert den Leser etwas. Für mich suggerierte er, dass eine der Freundinnen schon jetzt, in diesem Band, getötet wird. Dies ist nun aber nicht der Fall und der Roman befasst sich mit den Freundinnen und ihren Lebensgeschichten, also Elternhaus, Hobbys, Gefühle und natürlich ihre Beziehung zueinander. Die Namen der Mädchen haben mir ganz schön zu schaffen gemacht. Ich habe sie dauernd verwechselt und konnte mir ehrlich  gesagt auch nicht merken, wer wer ist. Normalerweise habe ich keine Probleme, mir Namen zu merken, aber hier bin ich einfach gescheitert.
Der Inhalt hat mich in diesem Sinne irritiert, da ich darauf gewartet habe, dass das auf dem Klappentext beschriebene passiert. Dies geschah aber nicht und ich musste mich mit den verschiedenen Geschichten der Mädchen zufriedengeben. Hier zeigt sich schnell, dass keine heile Welt existiert: in den Familiengeschichten der Mädchen nicht und auch in der Verbindung zwischen ihnen. Dieser Stoff sorgte dafür, dass meine Neugier trotzdem geweckt wurde, obwohl ich diesen ersten Band der Reihe alles andere als überragend fand. Es sind die kleinen Schwingungen und Begebenheiten, die dafür sorgen, dass man an dem Roman interessiert bleibt.
Ein bisschen hat mich die Thematik rund um Sex gestört. Natürlich hat man es hier mit vier noch in der Pubertät steckenden Teenagern zu tun, aber es wäre gut gewesen, wenn der Autor sich dem Thema nicht ganz so leidenschaftlich hingegeben, sondern ein bisschen mehr Spannung aufgebaut hätte. Von dem Ende des Romans war ich auch dementsprechend enttäuscht, da er noch einmal einen richtig interessanten Cliffhanger bereithielt. Natürlich ist das Ende offen, aber dieser Cliffhanger hat bei mir kein Gefühl entwickelt, mir schnellstmöglich den nächsten Band besorgen zu wollen.
Der Schreibstil des Autors konnte mich leider auch nicht mitreißen. Die Sätze sind ziemlich einfach gehalten und leicht verständlich. Manchmal kommt es vor, dass man Passagen doppelt liest, da sie erst aus der einen und dann wieder aus der Sicht eines anderen geschildert werden. Hierbei kommt der Leser nicht immer zu neuen Erkenntnissen.
Schwächelt der Inhalt, ist dafür die Covergestaltung umso besser. Der Buchschnitt ist schwarz eingefärbt und das eher in düsteren Farben gehaltene Cover ist nur mit ein bisschen Gelb aufgehübscht. Der Rabe auf dem Cover wirkt gut platziert und rundet die stimmige Covergestaltung ab.

Fazit

„Dark Village“ wird zu Recht als Krimi-Soap angepriesen. Mehr ist dieser Roman auch nicht. Irgendwie interessant, aber nicht fesselnd und gespickt mit sehr viel Lügen, Intrigen und Sex.

1,5 von 5 Punkten

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