Montag, 6. April 2015

Rezension: Die Liebe in Zeiten der Cholera (Gabriel García Márquez)

Fischer Taschenbuch Verlag
Taschenbuch, 509 Seiten
ISBN: 978-3-596-16251-2
9,95 €


Ein kurzer Einblick

Florentino Ariza und Fermina Daza lernen sich als Jugendliche kennen und lieben. Aber Ferminas Vater lässt nicht zu, dass sie zueinander finden. Obwohl die Trennung der Liebe der beiden nichts anhaben kann, ist etwas anders, als Fermina nach langer Trennung wiederkehrt. Auf einmal entscheidet sie sich, Doktor Juvenal Urbino zu heiraten. Doch Florentino gibt ihre Liebe nicht auf. Er schwört sich, zu warten. Wenn es sein muss, ein ganzes Leben lang…

Bewertung

Gabriel García Márquez hat mit diesem Roman eine große Liebesgeschichte geschaffen, die sich über mehr als ein halbes Jahrhundert erstreckt. Er verdeutlicht, wie zwei Liebende in jungen Jahren zueinander finden und dass diese Liebe so stark sein kann, dass sie trotz Trennungen und anderer Entscheidungen ein Leben lang besteht. Es ist beeindruckend zu lesen, wie die beiden Jugendlichen zueinander finden und mit welcher Romantik und Poetik sie ihre Liebe leben. Ihnen gelingt es trotz Trennung, große Hindernisse zu überwinden, um in Kontakt zu bleiben. Es scheint das perfekte Glück zu sein. Doch als sie wieder zusammen sein können, geschieht das Unerwartete. Die lange Trennung hat sich scheinbar doch auf ihre Liebe ausgewirkt und die Beziehung wird rasch durch die Heirat Ferminas beendet.
An dieser Stelle scheint die Liebesgeschichte vorbei zu sein. Florentino wirkt wie der arme Zurückgelassene, dem es nicht gelingt, sich von dieser Liebe zu lösen und sein ganzes Leben darauf ausrichtet, Fermina etwas bieten zu können. Doch der Roman offenbart, dass nicht alles so ist, wie es aufgrund der geschaffenen Tatsachen scheint. Es werden nun im Wechsel die Lebenswege Florentinos und Ferminas beschrieben. In denen wird immer wieder deutlich, dass durchaus noch Hoffnung für ihre Liebe besteht und die getroffenen Entscheidungen aus Respekt und Vernunft geschehen, aber nicht immer zu einem glücklichen Dasein führen.
Gabriel García Márquez gelingt es mittels des Romanaufbaus die Spannung immer wieder neu zu schaffen. Insbesondere der Romananfang, der den frühen Jahren Florentinos und Ferminas deutlich vorgreift, ist insofern gelungen, als dass er dafür sorgt, dass man von Anfang an darauf gespannt ist, wie eine Situation aufgelöst wird. Zugleich lernt man auch Juvenal Urbino besser kennen, so dass der Leser von Anfang an ein differenziertes Bild der Figuren entwickelt. Die abwechselnden und sehr differenzierten Darstellungen der Lebensverläufe Florentinos und Ferminas führen zudem dazu, dass von allen Personen ein sehr differenziertes Bild gezeichnet wird und keineswegs alle als vollumfänglich sympathisch erscheinen. Zugleich hat der Roman durch die detaillierte Darstellung aber auch ein paar Längen, in denen man wiederum einiges über Kolumbien, seine Geschichte und Gegebenheiten erfährt.

Fazit

„Die Liebe in Zeiten der Cholera“ ist eine große Liebesgeschichte, die sich über eine ungewöhnlich lange Zeit erstreckt. Gabriel García Márquez‘ gekonnter Erzählstil lässt den Leser die Figuren sehr gut kennen lernen und sorgt dafür, dass der Roman nie seine Spannung verliert. Nebenbei lernt man zudem das Land Kolumbien und seine Geschichte etwas genauer kennen.

4 von 5 Punkten

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