Dienstag, 24. Februar 2015

Rezension: A Feast for Crows (George R.R. Martin)

Bantam Books
Taschenbuch, 1104 Seiten
ISBN: 978-0-553-58202-4
7,98

Ein kurzer Einblick

Balon Graufreud ist tot. Robb Stark und Renly Baratheon sind tot. Joffrey Baratheon ebenso. Vom ehemaligen Krieg der fünf Könige ist nur noch Stannis Baratheon übrig geblieben. Doch auf den Eisernen Thron wurde nach Joffreys Tot sein achtjähriger Bruder Tommen gesetzt. Als Königin-Regentin versucht seine Mutter Cercei alles, um an der Macht zu bleiben und den wachsenden Einfluss von Margaery Tyrell auf ihren Sohn zu unterbinden.
Derweil geht Arya Stark in Braavos im „House of Black and White“ in die Lehre und begegnet unerwarteterweise Samwell Tarly, der mit Maester Aemon, seinem Bruder Dareon von der Nachtwache und Gilly (Goldy im Deutschen) mit „ihrem“ Baby auf dem Weg nach Oldtown (Altsass im Deutschen) in Braavos gestrandet sind und auf baldige Weiterfahrt hoffen.

Bewertung

Bei diesem Band fällt schnell auf, dass einige Charaktere komplett fehlen. Martin gibt am Ende des Buches als Erklärung dazu ab, dass er aufgrund der Fülle an Ereignissen gemerkt hat, dass es unmöglich als ein Buch zu veröffentlichen ist. Er musste sich daher entscheiden, wie er das Buch teilen will. Er hatte sich dann dazu entschlossen, die komplette Story für die Hälfte der Charaktere zu erzählen, anstatt der halben Geschichte von allen.
Nichtsdestotrotz finden wir auch hier wieder neue Gesichter vor: Von den Eiseninseln begegnen uns Asha, die Schwester von Theon, als auch deren beiden Onkel Aeron und Victarion Graufreud. Wie es in Dorne mit Myrcella Baratheon weitergeht, erfahren wir sowohl aus der Sicht von Arys Oakheart, einem Ritter der Königsgarde, als auch von Areo Hotah, dem Wächter von Doran Martell. Weiterhin lernt der Leser dessen Tochter Arianne Martell kennen. Die Alteingesessenen sind sowohl Cercei und Jaime Lannister, Brienne von Tarth, Arya und Sansa Stark und zu guter Letzt Samwell Tarly.
In diesen Band ist nach dem Sturm der Schwerter der vergangenen Bände nun wirklich etwas Ruhe eingekehrt. Dafür stehen Intrigen und politische Machtkämpfe im Vordergrund. Aufgrund der Geschehnisse um die Graufreuds, die Martells und die weitere Entwicklung von Sansa ist es aber nicht weniger spannend, als die bisherige Handlung. Dazu kommt, dass ich das Glück hatte, während der Lektüre der ersten drei Bände die ersten Staffeln der HBO-Verfilmung sehen zu können, und dementsprechend den Inhalt kannte. Bei „A Feast for Crows“ war das nicht der Fall und das machte es noch einmal interessanter zu erfahren, was auf den nächsten Seiten passieren wird.
Allerdings muss ich zugeben, dass ich für diesen Band sehr lange gebraucht habe, was aber daran lag, dass Martin sehr viele Kapitel Cercei gewidmet hat. Da ich diesen Charakter nicht besonders leiden kann, musste ich mich immer recht zwingen, weiterzulesen. Als kleine „Entschädigung“ musste sie aber am Ende die Konsequenzen von all ihren Intrigen und Machenschaften ertragen. In diesem Zusammenhang hat mich besonders die Entwicklung von Jaime gefreut…
Was mir am Rande sehr positiv aufgefallen ist, war, dass ich mich nach den ersten drei Bändern mittlerweile recht gut in Westeros auskenne und eigentlich gar nicht mehr auf den Karten am Anfang des Buches nachschlagen musste, wo sich was befindet. Dadurch war der Lesefluss neben Martins großartigem Schreibstil noch flüssiger.

Fazit

Man kann sich darüber streiten, ob die von Martin gewählte Trennung der Erzählstränge wirklich die beste Wahl war, doch alles in allem fand ich diesen Band nach all den großen Schlachten in seiner ruhigeren Art und mit der Mischung aus neuen und alten Charakteren und Schauplätzen sehr angenehm.

4 von 5 Punkten

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen