Freitag, 6. Februar 2015

Filmkritik: Game of Thrones – IV. Staffel



Hatte die dritte Staffel vom Inhalt her ungefähr die Hälfte des dritten Buches „A Storm of Swords“ zum Thema, so schließt die vierte Staffel mit diesem Band ab und beinhaltet teilweise schon Vorgänge aus dem vierten Buch „A Feast for Crows“.
Auch hier gibt es wieder 10 Folgen à ca. 54 Minuten. Nach der blutigen Roten Hochzeit von Robb Stark soll die von Joffrey Baratheon um einiges pompöser und selbstredend mächtig werden – ganz wie es einem König gebührt. Doch auch er erlebt das Ende dieses Tages nicht mehr. Als Joffreys Mörder wird sein Onkel Tyrion angeklagt und er erhält eine Gerichtsverhandlung, deren Ausgang von Anfang an feststeht. Währenddessen konnte sich Tyrions Frau Sansa mithilfe eines bis dahin geheimen Sympathisanten zu ihrer Tante Lysa Arryn nach Hohenehr absetzen, doch findet sie in dieser keine angenehme Verwandte. In Essos ist Daenerys mittlerweile in Meereen angekommen und muss nach der Eroberung der Stadt feststellen, dass es weit schwieriger ist, eine solche auch gerecht zu regieren.

Visuell haben sich die Macher der Serie bei dieser Staffel wieder einmal selbst übertroffen. Es macht einfach Freude, den malerischen Landschaften, beeindruckenden Kostümen und wuchtigen Städten und Schlachten zuzusehen. Dazu kommt die fulminante Filmmusik, die allein schon ausreicht, um in diese Welt zu versinken, wenn man die Augen beim Hören schließt.
Dass die Handlung nicht deckungsgleich zum Buch ist, daran konnte man sich in den vergangenen Staffeln bereits gewöhnen und ich finde, dass die Unterschiede in dieser wirklich gut „eingearbeitet“ sind. Die Haupterzählstränge haben sich dieses Mal auf die Orte Königsmund, Meereen und die Mauer konzentriert und hier finden Begegnungen statt, die entweder im Buch gar nicht vorkamen oder zeitlich sehr unterschiedlich. So ist Jaime mit dabei, als sein Sohn stirbt, Bran und Jon Schnee treffen hinter der Mauer fast zusammen und Brienne begegnet mit Podrick – welcher statt wie in der Vorlage nicht erst meilenweit unerkannt hinter ihr her reitet, sondern direkt in ihre Dienste gestellt wird – dem Bluthund und Arya. In Essos erfährt Daenerys erst von Jorah Mormonts Spionage, als sie bereits Meereen regiert…
Man könnte in jeder Folge nach Abweichungen suchen, doch ich denke, dann würde man den Spaß an dieser Staffel verlieren. Denn was gibt es schöneres als Schauspieler, die mit Leib und Seele bei der Sache sind? Sophie Turner als Sansa Stark – deren Schmerz man ihrem ganzen Körper ansieht, wobei sie gleichzeitig versucht, würdevoll und stark aufzutreten – ist genauso eine Wucht wie Pedro Pascal als Neuzugang Oberyn Martell, der nicht nur mit seiner hellen Robe ein wenig Leichtigkeit in die dunklen und von Intrigen gefluteten Gassen von Königsmund bringt.
Mein Highlight in dieser Staffel war jedoch Tyrions finales „Geständnis“ vor Gericht. Ich denke behaupten zu können, dass sich Peter Dinklage mit seiner ausdrucksstarken Mimik und Gestik spätestens nach dieser Folge in jedes Zuschauerherz gespielt hat, der auch nur einen Hauch von Gerechtigkeitssinn in sich trägt.

Fazit

Kostüme, Landschaften, Umsetzung, Musik – alles spitze und die Darsteller sind einfach top! Schaut es euch einfach an und genießt es (und leidet mit…).
Hoffentlich müssen wir nicht zu lange auf die fünfte Staffel warten.

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