Donnerstag, 6. November 2014

Rezension: A Storm of Swords (George R.R. Martin)

Bantam Books
Taschenbuch, 1216 Seiten
ISBN: 978-0-553-57342-8
12,70 €


Ein kurzer Einblick

Die großen Schlachten sind geschlagen, doch der Kampf um den Eisernen Thron geht weiter. Um seine Macht auszubauen, verbündet sich der junge Joffrey Baratheon mit den Häusern Tyrell und Martell und bindet Sansa Stark mittels Hochzeit an seine Familie. Robb Stark versucht derweil eine durch einen gebrochenen Eid verursachte Fehde zu beenden, als ihm ein großes Unheil widerfährt. Und während im hohen Norden eine Armee von Untoten die Wildlinge zur Schlacht mit der Nachtwache treiben, führt Daenerys Targaryen in Essos ihre Armee in einen Feldzug gegen die Sklaverei.

Bewertung

Hat man nach der Schlacht in Band zwei gedacht, sich jetzt ein wenig „ausruhen“ zu können, wird man wiedermal eines Besseren belehrt! Bis ungefähr zur Hälfte dieses Bandes geht es zwar vergleichsweise ruhig zu, da hier die Auswirkungen der Schlacht um Königsmund gelebt werden – richtig: gelebt werden! Denn Martin hat es auch hier mit seinem unbeschreiblich realistischen Schreibstil geschafft, dass man sich als Leser wie in die Geschichte hineinversetzt fühlt und Seite an Seite mit den Figuren lebt – doch in der zweiten Hälfte bricht eine wahre Flut an unvorhersehbaren Handlungen und Gefühlen auf einen ein, dass ich manches Mal aufhören musste zu lesen, um das Geschehene erst mal verarbeiten zu können.
Dem Leser werden im Laufe dieses Bandes schöne Gegensätzlichkeiten geboten: Zum einen haben wir die Schlachten, welche sich in den hohen Norden und nach Essos verlagern, und zum anderen Hochzeiten, die sowohl glanzvoll sind, aber auch in der Welt von Westeros üblichen Art befremdlich wirken. Dazu kommt noch, dass sich magische Elemente fast unmerklich und unauffällig immer weiter ausbreiten. Seien es die telepathischen Fähigkeiten der Stark-Kinder, die gleichzeitig faszinierenden und beängstigenden Begabungen der roten Priesterin oder die anscheinende Unsterblichkeit eines wichtigen Charakters… All dies trägt zu einer grandiosen atmosphärischen Dichte bei. Die Vielschichtigkeit der Handlung hat Martin noch mit einem Spannungsbogen verziert, der immer wieder kleine Spitzen schlägt. Indem er nämlich regelmäßig Cliffhanger an die Kapitelenden platziert hat, wird man regelrecht gezwungen weiterzulesen, da die Kapitel wie gewohnt die Orte wechselt, je nachdem, welche Person gerade im Mittelpunkt steht und man eine Weile warten muss um zu erfahren, wie es jeweils weitergeht.
Aus den vorherigen Bänden sind dem Leser Daenerys Targaryen, Jon Schnee, Tyrion Lannister, Catelyn, Sansa, Arya und Bran Stark sowie Ser Davos geblieben. Neu sind die Handlungsstränge um Jaime Lannister und Samwell Tarly, welcher mit Jon Schnee bei der Nachtwache dient. Es fällt auch in diesem dritten Band wieder extrem auf, wie verständlich die Geschichte trotz der unzähligen Charaktere ist. Und wer doch einmal Probleme haben sollte, gerade bei den Nachkommen von Walder Frey, die ihm seine acht Ehefrauen geschenkt haben, kann in den sehr ausführlichen Anhängen nachlesen.

Fazit

Ihr mögt unvorhersehbare Wendungen und emotionale Achterbahnfahrten? Ihr könnt auf sowas Banales wie Gerechtigkeit für Protagonisten verzichten und freut euch, wenn sich der Autor für die Entwicklung seiner Protagonisten gebührend Zeit genommen hat? Und das Ganze noch schön mit einer Prise Mystik garniert ist? Dann seid ihr bei „A Storm of Swords“ wunderbar aufgehoben!

5 von 5 Punkten

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