Sonntag, 16. November 2014

Rezension: Schneesturm und Mandelduft (Camilla Läckberg)

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Taschenbuch, 160 Seiten
ISBN: 978-3-548611761
7,99€/ 3,99€

Ein kurzer Einblick

Es ist Weihnachtszeit in Fjällbacka. Martin Molin, der Kollege von Patrik Hedström wird von seiner Freundin genötigt zu einer Familienfeier auf der Insel Valö mitzukommen. Das Familienoberhaupt Ruben Liljecrona will sein Erbe mit seiner Familie besprechen. Da bricht er während des Essens tot zusammen und Martin wird mit den Familienintrigen konfrontiert.

Bewertung

„Schneesturm und Mandelduft“ ist eine Kurzgeschichte aus Camilla Läckbergs Fjällbacka-Universum. Diesmal steht Martin Molin im Mittelpunkt des Geschehens und wird mit einer kniffligen Familientragödie konfrontiert. Die Geschichte an sich hat mir sehr gut gefallen. Es war spannend zu sehen, wie Martin Molin außerhalb seiner Arbeit auf der Polizeidienststelle agiert und welche Charakterzüge er aufweist. Man hat schon beim Lesen der Hauptromane gemerkt, dass Martin eher zögerlich ist und sich sehr an Patrik Hedström orientiert. Hier ist er nun auf sich alleine gestellt und muss sich beweisen.
Die Familie Liljecrona besteht aus sehr vielen verschiedenen Individuen. Ein bisschen normal, ein bisschen suspekt und ein bisschen stereotypisch. Trotzdem eine interessante Mischung und auch trotz der Kürze des Romans werden sie von der Autorin gut dargestellt und an den Leser herangeführt.
Das Ende des Kurzromans fand ich nicht so herausragend. Die Enden der Fjällbacka-Bücher fand ich da wesentlich besser und die nehmen mich immer mehr mit. Hier ging es mir gelinde gesagt zu unspektakulär zu und ohne das Ende verraten zu wollen, aber dieses hat sich Camilla Läckberg nicht selbst ausgedacht und wahrscheinlich hat das alles damit zu tun, dass das Ende diesmal nicht nach meinem Geschmack war.
Sonst hat mir die Kurzgeschichte sehr gut gefallen. Ich fand es spannend, das Camilla Läckberg es trotz der Kürze der Geschichte geschafft hat, die Figuren so gut darzustellen und die Spannung aufrecht zu erhalten. Die Wahl des Settings spielt auch eine große Rolle und hat mir besonders gut gefallen. Schon in Anne Holts Roman „Der norwegische Gast“ fand ich die Wahl des eingeschneiten Hotels sehr gut um daraus einen Krimi zu machen. Natürlich kommt es auch immer auf die Umsetzung an, aber diese ist beiden Autorinnen gelungen.

Fazit

„Schneesturm und Mandelduft“ ist eine gut geschriebene Kurzgeschichte. Es ist  interessant den Protagonisten Martin Molin, der sonst eher eine Nebenrolle spielt, besser kennenzulernen und als Charakter vertrauter zu werden. Schön wäre es, wenn Camilla Läckberg sich entschließen würde, noch weitere Kurzgeschichten um die Nebencharakter der Fjällbacka-Serie zu schreiben. Ich würde sie lesen!

4,5 von 5 Punkten

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