Freitag, 7. November 2014

Hörbuchrezension: Die Känguru-Chroniken (Marc-Uwe Kling)

Hörbuch Hamburg
Ungekürzte Autorenlesung, 4 CDs, 291 Minuten Laufzeit
ISBN: 978-3-86909-108-2
14,99 €


Ein kurzer Einblick

Eines Tages klopft ein Känguru an Marc-Uwe Klings Tür. Es ist gerade nebenan eingezogen und möchte sich nur ein paar Zutaten für Eierkuchen ausleihen. Doch ehe sich Marc-Uwe versieht, steht das Känguru in seiner Wohnung und brät dort seine Eierkuchen. So dauert es auch nicht lange und das Känguru zieht ganz bei ihm ein. Fortan erlebt er viele skurrile und außergewöhnliche Situationen mit seinem Mitbewohner, dem kommunistischen Känguru, das ehemals beim Vietcong war…

Bewertung

Wer einfach mal ausgiebig lachen möchte, sollte unbedingt zu diesem Hörbuch greifen. Bei Marc-Uwe Klings „Känguru-Chroniken“ stimmt einfach alles. Die erzählten Episoden sind trotz ihrer absurden Grundstruktur jede für sich einzigartig und immer wieder überrascht das Känguru mit seinen Handlungen. Allein durch die Zusammenführung der zwei beschriebenen Charaktere sind praktisch schon Lacher vorprogrammiert. Der Erzählstil Marc-Uwe Klings setzt dem ganzen noch die Krone auf.
Die Episoden der Chroniken werden in diesem Hörbuch von Marc-Uwe Kling selbst gelesen. Das Hörbuch stellt einen Mitschnitt einer Autorenlesung dar. Dass Marc-Uwe Kling die Geschichte, in der er sich selbst als eine der beiden Hauptfiguren auftreten lässt, selbst liest, gibt dem ganzen noch einmal eine besondere Note. Sein Berliner Akzent und der ironische Unterton sind immer wieder für einen Lacher gut. Zudem verleiht er jeder Figur etwas besonderes, indem er das Känguru in aufgeweckter, fröhlicher Art und Weise sprechen lässt und sich selbst dagegen in ernüchternder, gelangweilter Art.
Auch wenn die Inhalte der Episoden auf den ersten Blick nicht besonders tiefgreifend wirken, sind sie doch voller politischer Bezüge. In vielem, was das Känguru tut, schwingen eine Kritik an der Marktwirtschaft und eine Sympathie zum Kommunismus mit. Das Känguru ist ständig bereit, die vorherrschenden Zustände kritisch zu hinterfragen sowie reaktionäre und gesellschaftskritische Aktionen durchzuführen. So erlebt der Hörer etwa politische Aktionen, wenn das Känguru sich eine kostenpflichtige Telefonnummer besorgt und bei McDonalds einen Whopper einfordert. Diese kleinen politischen Seitenhiebe machen das Hörbuch besonders lohnenswert, da man immer wieder zum Nachdenken angeregt wird und geneigt ist, das Verhalten des Kängurus genauer zu ergründen.
Daneben ist es die Gegensätzlichkeit zwischen den beiden Hauptprotagonisten, die stets für einen Lacher gut ist. Dass die Episoden an sich keinen Handlungsstrang bilden, verzeiht man dabei gerne. So ist es insbesondere das ironisch, gelangweilte Vorlesen Marc-Uwe Klings, der sich jeder Episode wieder neu zuwendet, das den Hörer während der gesamten Spielzeit nicht mehr aus dem Lachen herauskommen lässt.

Fazit

„Die Känguru-Chroniken“ sind der erste Teil einer Reihe, die man unbedingt hören sollte. Dass das Hörbuch vom Autor selbst gelesen wird, verleiht ihm den besonderen Reiz. Das ironisch, gelangweilte Vortragen der Episoden über zwei völlig gegensätzlich Personen sorgt für Dauerlachen. Dass die Episoden darüber hinaus durch lauter politische Anspielungen gespickt sind, führt dafür, dass das Hörbuch absolut empfehlenswert ist.

5 von 5 Punkten

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