Montag, 17. November 2014

Filmkritik: Game of Thrones – III. Staffel




Die dritte Staffel deckt vom dritten Buch „A Storm of Swords“ ungefähr die Hälfte bis dreiviertel des Inhaltes ab. In den 10 Folgen à ca. 54 Minuten wird nach unzähligen Ränkespielen Sansa Stark mit Tyrion Lannister verheiratet und Robbs Onkel Edmure Tully heiratet eine Frey. Jaime Lannister ist in Begleitung von Brienne von Tarth auf dem Weg nach Königsmund und im Norden wollen Samwell Tarly von der Nachtwache und Goldy zurück auf die südliche Seite der Mauer, während Bran mit Hodor und den Geschwistern Reed unbedingt in die entgegengesetzte Richtung müssen. Von all dem unbemerkt macht sich Daenerys Targaryen in Essos von Qarth nach Astapor und von dort neu erstarkt nach Yunkai auf.

In dieser Staffel fallen die Unterschiede zum Buch schnell auf. Wird in „A Storm of Swords“ z.B. Theon Graufreuds Schicksal nicht weiter erwähnt, bekommt er bzw. seine nicht so angenehme Unterbringung hier extra viel Sendezeit. Es wurden ebenfalls zeitliche Änderungen eingebaut; so erreicht Jaime Lannister Königsmund viel früher als im Buch und bestimmte Personen dürfen noch ein wenig leben, obwohl sie in der Vorlage bereits das Zeitliche gesegnet haben. Weiterhin wurden die familiären Verhältnisse der Tyrells vereinfacht. Sollte Sansa im Buch hinter dem Rücken der Lannisters den Bruder von Ser Loras und Margaery heiraten, wird dieser in der Serie nicht erwähnt. Damit Sansa hier Loras ehelichen kann, tritt dieser nicht wie in der Vorlage der Königsgarde bei, welche den Schwur leisten, sich keine Frau zu nehmen und Kinder zu zeugen. Vielmehr wird der Eintritt in die Garde von Tywin Lannister als Druckmittel gegenüber den Tyrells benutzt.
Als größte Veränderung empfinde ich jedoch die Geschichte um Robbs Frau. Statt einer Jeyne aus dem Hause Westerling, welches die Lannisters als Lehnsherren hat, wird ihm in der Serie die Heilerin Talisa aus Volantis (Essos) an die Seite gestellt. Da ihre Geschichte jedoch glaubwürdig erzählt und sie durch Oona Chaplin wirklich großartig dargestellt wird, konnte ich mich schnell mit ihr anfreunden. Warum Jeyne Westerling jedoch in Talisa Maegyr umgewandelt wurde, kann ich nur spekulieren. Vielleicht nur deshalb, um die Rote Hochzeit noch brutaler zu gestalten. Im Buch wurde Jeyne nämlich in Schnellwasser zurückgelassen und wird anders als Talisa nicht Zeuge und Opfer, wenn Walder Frey das in Westeros geheiligte Gastrecht schändlich bricht. Hier bin ich sehr gespannt, wohin die Geschichte die Freys noch führt, gerade auch in Hinblick dessen, dass wenig später Bran die Geschichte vom „Rattenkoch“ in einer verlassenen Burg der Nachtwache erzählt, der ebenfalls das Gastrecht verletzt hat und von den Göttern bestraft worden war.
Viele Änderungen fallen jedoch einfach wieder unter dem Mantel der Vereinfachung: So haben Bran und seine Gefährten in einem Turm auf dem Festland übernachtet und mussten sich nicht wie im Buch erst über einen überschwemmten Weg zum Eingang vorkämpfen. Der Junge Gendry ist nicht einfach bei der Bruderschaft ohne Banner geblieben, sondern nahm die Rolle des Edric Sturm aus den Büchern ein und Ser Barristan Selmy gab sich in Essos Daenerys fast sofort zu erkennen.
Trotz alldem folgt die Geschichte im Großen und Ganzen der Vorlage, auch wenn ich mich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass die Produzenten der Serie diesmal nicht genug von Blut, nackter Haut und allgemeinen Grausamkeiten bekommen konnten…

Fazit

Diese Staffel hat visuell viele kleine Höhepunkte, auch wenn sie meist von blutiger Natur sind. Die Darsteller haben sich mal wieder selbst übertroffen (Jack Gleeson als Gift und Galle spuckender Joffrey ist einfach eine Wucht…) und wenn man die vielen kleinen und großen Änderungen einfach so hinnimmt, wird man auch von dieser Staffel nicht enttäuscht.

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