Sonntag, 19. Oktober 2014

Rezension: Du bist noch nicht tot (Dan Wells)

Piper
Kartoniert, 352 Seiten
ISBN: 978-3-492-26995-7
12,99 €



Ein kurzer Einblick

Seit einem Jahr hat John Cleaver nun sein Hobby zum Beruf gemacht. Als Mitglied eines speziellen FBI-Teams jagt er die Dämonen und ist dabei auch sehr erfolgreich. In der Kleinstadt Fort Bruce versammeln sich aber plötzlich immer mehr von diesen Wesen, die sich selbst Verwelkte nennen, und das Team um John hat alle Hände voll zu tun, sich ihrer zu erwehren. Als dann auch noch der „König“ der Verwelkten auftritt, sieht sich John vor eine schwierige Wahl gestellt…

Bewertung

Nach etwas längerer Abstinenz der ersten drei John-Cleaver-Bücher muss man sich entscheiden, ob man zur Auffrischung zumindest den dritten Band „Ich will dich nicht töten“ noch einmal liest, bevor man nun diesen Folgeband anfängt. Ich habe mich dagegen entschieden, da ich es nicht erwarten konnte, wie es weitergeht. Aufgrund der vielen „Rückblenden“ ist es aber gar nicht nötig. Ich hatte überhaupt keine Probleme, wieder in die Handlung einzutauchen. Und dass ich dieses Buch (bei meiner momentan wirklich knapp bemessenen Zeit, die ich zum Lesen abzweigen kann) innerhalb von nur zwei Tagen durchgelesen habe, sagt, glaube ich, alles. Egal ob ich wollte oder nicht, Dan Wells hat es wieder einmal geschafft, mich zum Lesen zu zwingen! (Dass es halb ein Uhr nachts war, als ich zur letzten Seite kam, dafür kann er ja nun wirklich nichts…)
„Du bist noch nicht tot“ punktet dabei nicht nur mit den unterschiedlichsten und facettenreichsten Charakteren, sondern ist eine gekonnte Mischung aus Bewegung und Stillstand. Die teils blutigen Angriffe auf die Verwelkten wechseln sich mit den Versuchen ab, diese zu verstehen und die Schwachstellen der neuen Gegner zu finden. Dank u.a. einer dem Leser der ersten drei Bände gut bekannten Person erfährt man dieses Mal auch viel mehr über die Vergangenheit dieser Wesen und bekommt im Laufe dieser 352 Seiten im Spiegel von Johns Denkweise auch ein passendes psychologisches Profil von ihnen. Dass dieses nicht nur schwarz-weiß ist und man im Eifer des Gefechtes höllisch aufpassen muss, um auch die richtigen „Leute“ zu bekämpfen, ist eine bittere Erkenntnis für John und führt auch den Leser wieder einmal vor Augen, dass nicht zählt, wer jemand nach außen hin zu sein scheint, sondern dass unsere Handlungen zeigen, wer wir sind.
Als Start einer neuen Trilogie wird die vorliegende Handlung zwar abgeschlossen, macht aber auch gekonnt mit einem offenen Ende wieder Lust auf den nächsten Band, der hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lässt.
Wie erwartet wurde hier wieder die typische Coveroptik der Serienkiller-Trilogie verwendet und somit reiht sich „Du bist noch nicht tot“ wunderbar ins Bücherregal ein. Den deutschen Titel finde ich aber nicht so gelungen, man hätte das Original „The Devil’s Only Friend“ ruhig genau so übersetzen können.

Fazit

Dan Wells hat mit diesem Band einen spannenden Start der neuen Trilogie, aber auch eine dramatische Fortsetzung der bereits bekannten Bände geschrieben. Wer noch immer auf blutige Action im Allgemeinen und John Wayne Cleaver im Besonderen steht, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

4,5 von 5 Punkten


Wir danken Piper für das bereitgestellte Rezensionsexemplar. 

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