Mittwoch, 3. September 2014

Rezension: Sannah und Ham (Lucy Ivison, Tom Ellen)

Chicken House
Softcover, 400 Seiten
ISBN: 978-3-551-52066-1
14,99 €

Ein kurzer Einblick

Es ist der Sommer, der Sommer, der alles verändern wird. Nicht nur hinsichtlich der Zukunft von Hannah und Sam. Beide warten voller Ungeduld auf die Ergebnisse ihrer Prüfungsnoten. Außerdem ist da noch die eine Sache mit der Jungfräulichkeit, die beide endlich hinter sich bringen möchten. Nur dumm, dass man sich nach einer kleinen Romanze auf dem Klo aus den Augen verliert und in urpeinlichen Situationen wiederfindet... einen ganzen Sommer lang.

Bewertung

„Sannah und Ham“ ist von zwei Autoren geschrieben worden. Die Passagen von Hannah wurden von Lucy Ivison geschrieben und die von Sam von Tom Ellen. Das Jugendbuch hat mit diesem Kniff seine ganz eigene Atmosphäre erschaffen, die sich gut nachvollziehen lässt.
Hannah und Sam stehen also im Mittelpunkt, sind aber nicht wirklich oft zusammen. Es geht eher um die Geschichte, die sich um ihre gemeinsamen Treffen rankt. Am Anfang stehen eine flüchtige Begegnung auf dem Klo einer Party, eine seltsame Begegnung im Kinovorsaal und ein Festival. Begegnungspunkte, auf die der Leser wartet, aber die irgendwie auch ein bisschen zur Nebensächlichkeit verkommen.
Hannah und Sam habe ich als Charaktere sehr gemocht. Normal, aber auch ein bisschen abgedreht und eine gewisse Neugier, wie denn das erste Mal Geschlechtsverkehr vonstatten geht. Das Thema „ das erste Mal“ zieht sich durch den ganzen Roman.
Dadurch, dass die Geschichte von beiden Seiten in der Ich-Perspektive erzählt wird, kann man sich sehr gut in das Gefühlsleben der Hauptprotagonisten hineinversetzen. Neben den Hauptfiguren gibt es auf beiden Seiten einen kleinen Freundeskreis, der den Roman sehr auflockert und auch für einige Verwirrungen sorgt. Insgesamt finde ich die Mischung aus den Charakteren sehr gelungen. Es ist zwar ein bisschen stereotypisch, spiegelt andererseits aber auch typische Mädchencliquen wider, in denen es tatsächlich eine bestimmte Rollenverteilung gibt. Auch die Jungs um Sam finde ich sehr gut ausgewählt und sie bringen auch einen gewissen Witz mit in die Geschichte hinein.
Die Handlung beginnt mit den Abschlussarbeiten und dem Warten auf die Noten. Die Jugendlichen machen sich Sorgen um die Zukunft, auf welche Uni sie gehen werden und natürlich, ob sie den Ansprüchen genügen. Zwar schlägt dieser Roman einen ernsten Ton an, aber die witzige Seiten überwiegen und geschmunzelt habe ich wirklich oft, da es doch so einige verzwickte Situationen gibt.  Den Sommer nutzen die Jugendlichen um viel zu unternehmen. Sei es ein letzter Familienurlaub, Urlaub mit der Clique oder ein Festivalbesuch. Es wird viel erlebt und der Leser ist mittendrin und kann sich die ganze Geschichte immer von zwei Seiten anschauen. Dadurch ist man wirklich hautnah dabei.
Die Gestaltung des Covers finde ich ziemlich witzig. Wie schon der Titel des Romans „Sannah und Ham“ sagt, sind Hannah und Sam miteinander verwoben, sie sind eins, und dies wird auch mit den beiden verbundenen Jugendlichen noch einmal hervorgehoben.

Fazit

„Sannah und Ham“ ist eine Geschichte, die sich leicht lesen lässt und einen schnell in den Bann zieht. Ernst und Witz werden gut umgesetzt und auch wenn man nicht mehr ganz in die Zielgruppe des Romans gehört, kommt einem noch vieles bekannt vor und man kann gut mit den Hauptprotagonisten mitfühlen.

3,5 von 5 Punkten

Wir danken dem Carlsen Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

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