Freitag, 1. August 2014

Rezension: A Clash of Kings (George R.R. Martin)

Bantam Books
Taschenbuch, 1040 Seiten
ISBN: 978-0-553-57990-1
19,95 €


Ein kurzer Einblick

Der König ist tot. Lang lebe der König. Doch mit der Hinrichtung von Eddard Stark als seine erste Amtshandlung hat sich der junge Joffrey aus den Häusern Baratheon und Lannister keine Freunde gemacht. Es kommt zum Krieg zwischen dem Norden – geführt unter dem Banner des jungen König Robb Stark – und dem Süden. Doch hat Joffrey überhaupt ein Anrecht auf den Thron? Beide Brüder des vormaligen Königs Robert erheben nun ebenfalls Anspruch auf diesen Titel und marschieren gen Königsmund. Derweil brechen die Brüder der Nachtwache in die ewigen Schneelande jenseits der Mauer auf, um die Machenschaften des Königs jenseits der Mauer aufzudecken.
Und während die Ereignisse in Westeros einer großen Schlacht um den Eisernen Thron entgegensteuern, versucht Daenerys Targaryen in Essos nach einer kräftezehrenden Reise neue Verbündete und Ressourcen zu finden.

Bewertung

Wer sich durch den ersten Band im englischen Original gekämpft hat, wird spätestens bei diesem zweiten Band keine Verständnisprobleme mehr haben. Es lässt sich so flüssig und leicht lesen wie ein deutsches Buch.
Zu den bisherigen Protagonisten, durch welche der Leser in jedem Kapitel die Geschichte erfährt, kommen hier nun Theon und Ser Davos hinzu. Durch Ser Davos kann der Leser die Reise von Lord Stannis, einem der Brüder des verstorbenen König Robert, verfolgen und Theon Graufreud, welcher zunächst mit Robb Stark in den Krieg zieht, kehrt nach 10-jähriger „Gefangenschaft“ bei den Starks zurück auf die Eiseninseln, um dann einen gänzlich anderen Weg einzuschlagen, als sowohl er und auch die Starks gedacht haben.
Es ist dabei wirklich erstaunlich, wie verständlich und klar die Geschichte rüberkommt, obwohl die Chronologie teilweise aufgrund der von Martin gewählten Erzählweise sehr unterbrochen wirkt. Ich hatte aber keinerlei Probleme, dem Verlauf zu folgen und das will bei einem solch dicken Wälzer mit so vielen Figuren schon was heißen. George R.R. Martin hat sich aber auch hinsichtlich der einzelnen Protagonisten wieder übertroffen. Die Charakterzeichnungen sind vom Feinsten und erneut ist mir besonders Sansa Stark aufgefallen. Auch wenn sie am Hofe von Königsmund als Tochter eines „Verräters“ sehr auf ihr Verhalten achten muss, entwickelt sie langsam eine innere Stärke, die für ihr Alter beeindruckend ist. Als Lieblingscharakter hat sich bei mir aber ganz klar Tyrion Lannister eingebrannt. Wenn irgendwo in Westeros irgendetwas passierte, habe ich mich dabei ertappt, mich zu fragen, was Tyrion wohl davon halten und wie er als nächstes reagieren wird. Er scheint der einzige in Königsmund zu sein, der noch bei klarem Verstand ist und mehrmals wollte ich schreien, dass Joffrey ihm endlich diese verdammte Krone aufsetzen soll! Er mag auch der kleinste Charakter in diesem Epos sein, doch spätestens in der Schlacht um Königsmund wird klar, dass er nicht nur mit einem schlauen Kopf gesegnet ist, sondern auch Mut besitzt.
Wie nach dem ersten Teil erwartet, begleiten aber auch hier nicht alle Charaktere den Leser bis zum Ende, und so bleibt die Spannung wie erwartet hoch und treibt einem dazu, immer weiter zu lesen. Besonders faszinierend war für mich auch, dass die Magie in der Welt, welche im ersten Buch nur angedeutet wurde und eigentlich nicht mehr vorhanden war, hier nun wieder auflebt. Warum das so ist, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Aber es ist ein Eckpfeiler der Geschichte und ich bin gespannt, wohin es sich entwickelt.

Fazit

„A Clash of Kings“ ist eine geniale Fortsetzung, die wieder einmal zeigt, dass George R.R. Martin es vortrefflich verstanden hat, die unterschiedlichsten Charaktere nicht nur zu entwerfen, sondern sie auch miteinander agieren zu lassen, als würde es tatsächlich irgendwo genau so passieren.

5 von 5 Punkten

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