Sonntag, 10. August 2014

Filmkritik: Jesus liebt mich



Als ich gehört habe, dass David Safiers Buch „Jesus liebt mich“ verfilmt wird, habe ich mich sehr gefreut. Jetzt endlich konnte ich den 2012 erschienenen Film ansehen. Darin lässt Marie ihren Verlobten Sven vor dem Altar stehen und fällt in eine tiefe Krise, bis ihr der Zimmermann Joshua über den Weg läuft. Doch dieser ist nicht für eine romantische Beziehung auf die Erde gekommen, sondern um das Jüngste Gericht vorzubereiten.

Diese Komödie fängt sehr vielversprechend an, doch man merkt schnell, dass die Handlung sehr frei auf Safiers Roman beruht. Darin ist Marie z.B. recht füllig und Jessica Schwarz als Marie hat eher eine top Figur. Diese Änderung wird jedoch – lässt man mal das offensichtliche Schönheitsideal der Frau weg – verständlich, wenn man sich die Szene ansieht, in der Joshua/Jesus Marie aus dem See fischt und mit ihr auf dem Arm über das Wasser läuft… Weiterhin wurde Maries Schwester Kata komplett gestrichen, was ich sehr schade fand. Auch hat die neue Freundin von Maries Vater im Buch eine Tochter, welche von Jesus geheilt wird; diese kommt aber ebenfalls nicht vor.
All diese Änderungen haben mir beim Schauen letztendlich aber nichts ausgemacht, da der Film einfach nur Spaß macht. Allen voran Jessica Schwarz als verpeilte Marie, Henry Hübchen als versoffener und zynischer Erzengel/Pastor Gabriel und Nicholas Ofczarek als Satan, den stets ein gewisser Pesthauch umgibt. Dagegen kam Florian David Fitz sowohl mit seinem Aussehen als auch in seinem Spiel (fast) jederzeit erhaben rüber und hat Safiers Jesus sehr gut getroffen.
Ein ganz klares Plus bekommt der Film auch allein schon wegen der wunderschönen Naturaufnahmen. Egal ob goldene Felder oder der See gezeigt werden oder Marie mit ihrem Fahrrad durch den Wald fährt, es sind einfach herrliche Bilder.
Dass die Apokalypse dann auch eher klein gehalten wurde, fand ich ebenfalls passend. Eine Schlacht im Stile Hollywoods wäre too much gewesen und hätte einfach nicht zu diesem Film gepasst.

Fazit

Für alle Safier-Fans: Lasst euer Buchwissen außen vor und genießt einfach diesen Film. Denn mit dieser herzerfrischenden Komödie werden einem nicht nur passend zur Geschichte zeitgenössische Lieder und wunderschöne Naturkulissen geboten, sondern auch Darsteller, denen man die Lust am Spielen wirklich ansieht.

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