Donnerstag, 24. Juli 2014

Rezension: Die römischen Kaiser (Manfred Clauss (Hrsg.))

C.H. Beck Verlag
Taschenbuch, 501 Seiten
ISBN: 978-3-406-60911-4
24.95 €

Ein kurzer Einblick

Manfred Clauss, einer von Deutschlands führenden Althistorikern, stellt in diesem Werk mit anderen bekannten Althistorikern unserer Zeit in biographischen Portraits die römischen Kaiser von Caesar, der den Grundstein für die Entwicklung des Prinzipats unter Augustus legte, bis zu Iustinian vor, der noch einmal im 6. Jahrhundert n. Chr. versuchte, das gesamte Imperium Romanum zu einem Reich zu vereinen. Die Autoren und Autorinnen stellen dabei bei jedem Herrscher die wichtigsten Ereignisse und Entscheidungen unter seiner Führung dar, bewerten diesen hinsichtlich seiner Erfolge und Versäumnisse und bieten somit einen spannenden Überblick über 600 Jahre römische Kaiserzeit.

Bewertung

Das Buch bietet 55 Einzelportraits zu Caesar und den ausgewählten Kaisern, wobei nicht alle ein eigenes Kapitel bekommen konnten, so werden etwa die Herrscher im sogenannten „Vierkaiserjahr“ 68/69 n. Chr. beim Beitrag zu Vespasian mit behandelt, der sich schließlich als Herrscher etablieren konnte. Die Kapitel schwanken immer wieder in ihrer Seitenanzahl, bedeutenden Kaiser wie Augustus, Trajan, Hadrian, Diocletian, Konstantin und Iustinian wurde mehr Raum gegeben als den anderen, was sich oftmals auch mit ihrer verhältnismäßig langen Regierungszeit erklären lässt. Dadurch, dass immer neue Autoren am Werk sind, entdeckt man in jedem Kapitel auch immer wieder etwas Neues, da jeder andere Akzente setzt, was für einige Abwechslung sorgt. Demnach kann man nicht pauschal sagen, was genau zu jedem Kaiser berichtet wird, doch gängige, sich durch das gesamte Buch ziehende Themen sind meist die Herkunft und das Aufwachsen der späteren Herrscher, ihr Weg zur Macht, ihre familiären Verhältnisse, ihre innen- und außenpolitischen Erfolge und Misserfolge und damit verbunden ihre Bedeutung innerhalb der römischen Kaiserzeit. Man erhält also auch einen aufschlussreichen Überblick über die Entwicklung des Römischen Reiches bis hin zur Spätantike, so dass ich dieses Buch jedem Antikeinteressierten wärmstens empfehlen kann. Es eignet sich sicherlich vor allem als Einführungsliteratur für Studenten oder Nachschlagewerk für Dozenten, während meines Studiums gehörte es eigentlich zur Standardliteratur, durch die man sich schnell über bestimmte Kaiser informieren konnte. Aber auch Geschichtslaien können dem Buch viel entnehmen, wenn auch aufgrund der Kürze der Kapitel ein gewisses Hintergrundwissen zu den dargestellten Personen und den Entwicklungen während ihrer Regierungszeit hilfreich ist. Die Kürze der Kapitel wäre auch der einzige Punkt, den ich kritisieren würde. Dadurch wurde leider auf vieles nur sehr knapp eingegangen, was ich oftmals schade fand und was natürlich einem besseren Verständnis häufig im Wege stand. Es regte aber bei mir öfter das Bedürfnis an, einige Ereignisse noch genauer nachzulesen, so dass ich dieses Werk vor allem als Einführung in die Geschichte der römischen Kaiserzeit verstehen würde.
Es bietet schließlich auch im Anhang viele weiterführende Informationen. Neben zwei Karten des Imperium Romanum werden noch einmal wirklich alle römischen Kaiser aufgelistet, die geschilderten Ereignisse in einer Zeittafel zusammengefasst und vor allem weiterführende Literaturhinweise zur Kaiserzeit und zu einzelnen Herrschern gegeben. Außerdem wird das Buch regelmäßig überarbeitet, so dass man immer auch über den aktuellen Stand der Forschung informiert ist. Es liegt mittlerweile seit seinem Erscheinen 1997 in seiner 4. aktualisierten Auflage aus dem Jahr 2010 vor.

Fazit

Ein wichtiges Nachschlagewerk für jeden Antikeinteressierten, der hier knapp, aber fundiert von den führenden Althistorikern unserer Zeit einen Überblick über die römischen Kaiser erhält. Ob nun bloß zu Recherchezwecken zu einzelnen Kaisern oder auch für einen Gesamtüberblick über die römische Kaiserzeit, die Lektüre des Buches lohnt sich in jedem Fall. Es sollte in keinem Bücherregal von Geschichtsinteressierten fehlen!

4 von 5 Punkten

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